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Bürgerinformationen am 23./24.11.2016 in Uttrichshausen und Heubach

Gemeinsame Informationsveranstaltung von Gemeinde Kalbach und der Bürgerinitiative „Kalbach gegen SuedLink e.V.“

Bürgermeister Hölzer begrüßte die etwa 100 Teilnehmer am 23.11.2016 in Uttrichshausen sowie ca.40 Bürger auf der Folgeveranstaltung am 24.11.2016 in Heubach. Herr Hölzer forderte die Bürger zu intensiver Mitarbeit bei der Ermittlung der Raumwiderstände auf und wies auf den kurzfristigen Abgabetermin 29.11.2016 hin und lobte die enge Zusammenarbeit zwischen der Bürgerinitiative und den kommunalen Gremien.

Bürgermeister Florian HölzerBürgermeister Florian Hölzer

Der Vorsitzende der BI Martin Müller erinnerte an die Entwicklung in den vergangenen 2 Jahren. Im November 2015 waren nahezu alle Kalbacher Ortsteile von zwei alternativen oberirdischen Trassen mit bis zu 80 m hohen Masten bedroht. Der Netzbetreiber TenneT hatte dabei sogar den Kalbacher Ortsteil Veitsteinbach vollständig mit dem Korridor zugedeckt, der Ortsteil Uttrichshausen sollte mit dem anderen Trassenkorridor umzingelt werden.

In vielen anderen Kommunen entlang der geplanten Trasse waren auf Grund der sehr oberflächlichen Planung von TenneT ähnliche Situationen entstanden, so dass sich in den vergangenen beiden Jahren überall Bürgerinitiativen gegründet haben, die gemeinsam mit dem Widerstand vieler kommunalen Gremien, Menschenmassen gegen die Monstertrassen bewegt haben. Wegen des breiten Widerstandes aus der Bevölkerung haben sich schließlich die Spitzen der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD auf eine vollständige Erdverkabelung der HGÜ-Trasse geeinigt und ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht. „Mit dieser gesetzlichen Regelung wurde zwar die mensch- und landschaftsschädigende oberirdische Trassenführung verhindert, der tatsächliche Bedarf der Gleichstromtrassen wurde jedoch nie nachgewiesen“, so Martin Müller von der BI. Durch die Änderung der Bauweise und die daraus folgende möglichst gradlinige neu geplante Trassenführung des Erdkabels sind in Kalbach die Ortsteile Uttrichshausen und Heubach von den Trassenvarianten 105 und 106 besonders betroffen. Die anderen Kalbacher Ortsteile bleiben von diesem Gleichstromkabel verschont.

Martin Müller - Vorsitzender der BI Kalbach gegen SuedLink e.V.Martin Müller - Vorsitzender der BI Kalbach gegen SuedLink e.V.

 

Allerdings geben sowohl die Bundesnetzagentur als auch TenneT bisher keine Auskünfte über die im Netzentwicklungsplan stehende Trassenführung des gleichzeitig geplanten 380kV Wechselstromkabels von Wilster nach Grafenrheinfeld. Die Gefahr besteht weiterhin, dass die Kalbacher Ortsteile von dieser Trassierung betroffen werden.

Bei der Informationsveranstaltung in Uttrichshausen hatte sich auch Frau Dr. Elisabeth Benecke den Fragen der Bürger gestellt. Frau Benecke erläuterte die weiteren Schritte von der derzeitigen Bürgerbeteiligung über die Bundesfachplanung bis hin zum baurechtschafenden Planfeststellungsverfahren. Dr. Benecke wies die Bürger darauf hin, dass jegliche Raumwiderstände im Verfahren Berücksichtigung finden. Allerdings wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass innerhalb des 1000m breiten Trassenkorridors ein 50 m breiter Streifen für die finale Trassierung gefunden würde.

 

 

 

Dr. Benneke Fa. Tennet, OV Volker Röbig, Martin Müller, Tona Knopf KH PlanwerkDr. Benneke Fa. Tennet, OV Volker Röbig, Martin Müller, Tona Knopf KH Planwerk

Einige Fragen aus dem Publikum betrafen den sogenannten „Thüringenkorridor“. Wie von Martin Müller vorgestellt wurde, bieten sich auf den ersten Blick bei der Thüringenvariante deutlich mehr Möglichkeiten für die konkrete Trasse, da die Trassierung durch den südlichen Landkreis von Fulda auf Grund der dichten Bebauung und Konzentration von Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur einen Flaschenhals darstellt. Frau Dr. Benecke entgegnete jedoch, dass bei allen Teilvarianten genau geprüft werde und grundsätzlich nach derzeitigem Kenntnisstand eine Erdkabelführung möglich sei.

Von der Gemeinde Kalbach wurde zur Sammlung und formalen Verdichtung der örtlichen Raumwiderstände das Ing.-Büro KH Planwerk beauftragt. Frau Tina Knopf von KH Planwerk erläuterte den bisherigen Kenntnisstand der Raumwiderstände entlang der Trassenvarianten 105 und 106. KH Planwerk muss bis zum 29.11.2016 die bereits für die oberirdische Trassenführung um Uttrichshausen und Heubach vorliegenden Raumwiderstände auf die Erdkabelvariante überprüfen und ergänzen. Mit Hilfe der Bürger, der BI und der Gemeinde sollen die Raumwiderstände der beiden Trassenvarianten ergänzt, gesammelt, und verdichtet werden. KH Planwerk unterstützt die formale Aufarbeitung.

In der abschließenden Diskussionen sowohl in Uttrichshausen als auch Heubach äußerten sich viele Bürger weiterhin skeptisch von der Entscheidung zur Trassenführung durch die Kalbacher Ortsteile. Besonders in Uttrichshausen ist die Betroffenheit besonders groß. Die Autobahnbrücke und die absehbare Erweiterung der Tank-und Rastanlage bis in den Ortsbereich hinein sind schon eine unzumutbare Belastung. Die Beschränkung der Dorfentwicklung durch überregionale Stromleitungen verschlechtern die Lebensbedingungen der künftigen Generationen weiter.

 

 

 

Kalbach, im November 2016

 

Hochspannungstrasse "SuedLink" durch die Gemeinde Kalbach

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Kalbach,

in den vergangen Wochen informierten die Medien wieder intensiv über die geplanten Hochspannungstrassen, insbesondere den sogenannten SuedLink, der durch unsere Region führen soll. Nach den ursprünglichen Planungen sollte diese Hochspannungs-Gleichstrom-Trasse auf bis zu 80 Meter hohen Stahlgittermasten durch die Gemeinde Kalbach führen. Durch den intensiven Bürgerprotest fühlten sich die politisch Verantwortlichen in der Bundesregierung so bedrängt, dass sich die Fraktionsspitzen von CDU, CSU und SPD auf eine Erdkabellösung einigten. Im Dezember vergangenen Jahres wurde die grundsätzliche Erdverkabelung des SuedLink als "Erdkabelgesetz" vom Bundestag beschlossen und der Planungsauftrag an die Stromnetzbetreiber vergeben. Der  Stromnetzbetreiber TenneT hat am 27. September 2016 die auf Erdkabel abgestimmten Trassenvarianten vorgestellt. Dabei verlaufen wiederum 2 Trassenkorridore durch die Gemeinde Kalbach:

 

 

Um die Einschränkung der Lebensqualität der Bürger und den Schutz von Natur und Landschaft auch bei diesem Vorhaben so gering wie möglich zu halten, hat die Gemeinde Kalbach wiederum das Planungs-büro  KH Planwerk beauftragt, die sogenannten Raumwiderstände zu erfassen und für eine Stellung-nahme an TenneT und den "Bauherren des Bundes" die Bundesnetzagentur aufzubereiten.

Für die Erfassung dieser Raumwiderstände sind diverse Informationen zu erheben:

  • besondere Nutzflächen für Landwirtschaft, Unternehmen und Wohnen
  • besonders schützenswerte Feuchtwiesen und Waldgebiete
  • Quellen, Brunnen
  • Boden- u. Baudenkmale
  • Naturdenkmale
  • Historische Grenzsteine
  • archäologische Fundstätten (Hügelgräber, …)
  • besondere touristische Ziele, Aussichtspunkte
  • Vorkommen geschützter Tiere und Pflanzen, Biotope
  • Rohstoffabbauflächen
  • Modellflugplatz, Ballonstartplatz usw.
  • und vieles mehr

Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Kalbach um ihre Unterstützung.

Bitte übermitteln Sie Ihre Informationen bis zum 10 November 2016 an

den Bürgermeister der Gemeinde Kalbach Florian Hölzer, Tel. 06655/965455, Mail: buergermeister@kalbach.de
oder an den Ortsvorsteher von Heubach Gerhard Müller, Tel. 09742/587, Mail:  gmuellerheubach@gmx.de
oder den Ortsvorsteher von Uttrichshausen Volker Röbig, Tel. 09742/219, Mail:  volker.roebig@gmx.de
oder an das Planungsbüro KH Planwerk, Karl Hermann, Tel. 0661/928040, Mail: info@kh-planwerk.de.

Weitergehende Informationen erhalten Sie ebenfalls auch über die Bürgerinitiative „Kalbach gegen SuedLink e.V.“: www.kgsl.eu oder auf der Projekt-Website von TenneT: www.suedlink.tennet.eu. Nutzen Sie auch die Online-Beteiligung: https://gis.ilf.com/K509/synserver?project=K509.

Über den aktuellen Sachstand zum SuedLink veranstaltet die Gemeinde Kalbach gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Kalbach gegen SuedLink e.V.“ Bürgerinformationen am

23. November 2016, 19.00 Uhr, in der Mehrzweckhalle Uttrichshausen
und
24. November 2016, 19.00 Uhr, im Bürgerhaus Heubach

Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

 

 

 

 

Kalbach, im Oktober 2016

 

Der Kampf um den SuedLink geht weiter. Nachdem aufgrund der massiven Widerstände der landesweit aktiven Bürgerinitiativen gegen den SuedLink die Bundesnetzagentur und die drei großen Parteien mit CDU (Angela Merkel), CSU (Horst Seehofer) und SPD (Sigmar Gabriel) sich dazu entschlossen haben, die von allen abgelehnten Monstertrassen durch Erdkabel zu ersetzen und eine leicht geänderte Routenführung durch die ausführende Firma Tennet erfolgte, sind die Diskussionen und dem für und wieder des SuedLink zwischenzeitlich wieder voll entbrannt. 

Geht man von der Gesetzeslage und den Entscheidungen der Bundespolitiker aus, wird der SuedLink kommen. Was als Teilerfolg bereits jetzt gewertet werden kann ist, dass sich der Gesetzgeber für die Erdverkabelung und nicht für die bis zu 80m hohen Stromtrassen entschlossen hat.

Kalbach wird auch nach der Neuplanung zumindest von einer Trassenführung und zwar in den Ortsbereichen von Uttrichshausen und Heubach (Randbereich) betroffen sein. 

Ein Alternativroute des SuedLink würde weiter östlich durch das weniger besiedelte Thüringen gehen. Aber auch dort sind die Bürger hellhörig geworden und die Thüringer Landespolitik hat das Projekt SuedLink, auch Erdverkabelung, kategorisch abgelehnt. Jetzt heißt es und das ist nicht gut, Hessen und damit unsere Gemeinde, oder Thüringen.

Die Bürgerinitiative KgSL wird also in den kommenden Wochen wieder neue Raumwiederstände mit Unterstützung der Firma PLANWERK sammeln, um somit die Trasse durch Kalbach zu vermeiden. Unterstützen und helfen Sie uns mit Hinweisen, wenn es darum geht die Erhebung welche wir bereits 2015 erstellt hatten zu überarbeiten und mit neuen Parametern zu vervollständigen.

Am 11.10.2016 tagte in Künzell der Bundesverband der SuedLink Gegner. Gäste waren die Bundesnetzagentur, welche für den Bau des SuedLink verantwortlich zeigt und Auftraggeber des Netzbetreibers Tennet als ausführendes Planungsunternehmen ist. Als weitere Gesprächspartner waren die Anwälte der Kanzlei Dewitt anwesend, welche die Interessen der Landkreise, vertreten durch die Hamelner Erklärung vertraten.

Von unseren Bundes- und Landespolitikern war nur Birgit Kömpel (SPD) anwesend. Moderiert wurde die gut besuchte Veranstaltung im vollbesetzten Künzeller Bürgerhaus von Landrat Bernd Woide. Unsere BI war sehr gut vertreten, welches sich auch mehrfach durch Wortmeldungen unserer aktiven Mitglieder Volker Röbig und Robert Krebs in der überwiegend sachlich geführten Veranstaltung äußerten. Die lokale Presse wie FZ, ON und anderer Medien berichteten. Ebenso anwesend war Kalbachs Bürgermeister Florian Hölzer.

Im folgenden wollen wir Ihnen und allen Interessierten die Folien und Vorträge der an diesem Abend repräsentierenden Parteien welche uns Christof Erb, Landkreis Fulda zukommen lies und mit Genehmigung der Autoren zur Verfügung stellte.

Vortrag der Bundesnetzagentur. Vertreten durch Christian Koch. Der Vortrag gibt einen Einblick in das aktuelle Genehmigungsverfahren. Klicken Sie >>> hier  

Vorträge der Firma Tennet der Firma Transnet BW welche aufzeigen, wie die suche der Trassen erfolgt und wie der Bau umgesetzt werden soll. Klicken Sie >>> hier  + hier

Vortrag der Anwaltskanzlei de Witt vertreten durch Dr. Peter Durinke über Planungs-Bau und Umweltrecht.

Kicken Sie >>> hier 

Vortrag der Firma OECOS vertreten durch Dr. Karsten Runge zum Thema über erste Einschätzungen zur SuedLink Planung sowie Planungsanforderungen und regionale Raumwiderstände. Klicken Sie >>> hier.

 

 

Kalbach, 7.10.2016

BUND und BI kooperieren – Strom-Trassen entbehrlich

Fulda (jb) – Ab sofort setzen sich der BUND Landesverband Hessen und der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink gemeinsam für eine dezentrale Energiewende – sprich für Energie, die verbrauchernah erzeugt wird – ein. Bei einer Pressekonferenz am Freitagvormittag im Kolping-Parkhotel Fulda unterschrieben die Verantwortlichen einen Kooperationsvertrag und machten deutlich, dass die SuedLink-Monstertrasse vermeidbar sei.

Von links: Maria Quanz, Dr. Werner Neumann und Guntram Ziepel. Foto: Julissa Bär

Der geplante Stromnetzausbau könne deutlich reduziert werden, die großen Nord-Süd-HGÜ-Verbindungen seien entbehrlich. Auch die Erdverkabelung habe erhebliche Auswirkungen auf Natur, Boden, Wald und Grundwasser. „Es gibt verschiedene Art und Weisen, die Energiewende umzusetzen“, sagte Dr. Werner Neumann vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Alternativen seien Energieeinsparungen, dezentrale und flexible Kraft-Wärme-Kopplungen und Verbindungen von Strom- und Gasnetzen. Unter anderem könnte durch die Umwandlung von Strom in Wasserstoff/Methan (Power-to-Gas) die Energie gesammelt sowie der Strom als Gas transportiert werden. Laut Neumann sei die dezentrale Energiewende zusätzlich kostengünstiger und im Sinne des Naturschutzes. „Wir wollen das Thema Energie ernst nehmen – und nicht nur das Thema Leitungen“, sagte der BI-Bundesvorsitzende Guntram Ziepel. Seiner Meinung nach müsse mit dem Thema Energiewende anders umgegangen werden, wenn man diese nicht „gegen die Wand fahren will“. Die Kooperationspartner wollen sich für ein Gesamtenergiekonzept einsetzen, welches die Versorgungssicherheit mit effizienter Nutzung von 100 Prozent erneuerbaren Energien verbindet und sich nicht am Stromhandel zugunsten von Übertragungsnetzbetreibern und Großkonzernen orientiert. „Wir wollen dafür sorgen, dass bestimmte Dinge anders und besser laufen“, sagte Ziepel. Als Beispiel nannte Neumann die Stadt Wolfhagen, die bereits zu 90 Prozent die Energiewende mit Stromeinsparprojekten, Blockheizkraftwerken, Windkraftanlagen und Biogas erreicht habe. „Sie haben einen guten Mix“, so Neumann, der anfügte: „So kann man sich die Energiewende vorstellen.“

Laut Ziepel würden Sonne, Wind, Wasser und Biomasse zur Energieerzeugung zur Verfügung stehen. Es fehle nur ein komplettes Konzept zum Thema Speicherung und Transport, durch welches „Dunkelzeiten“ überstanden werden könnten. „Genau aus diesem Grund legen wir den Finger in die Wunde“, sagte Ziepel. Die Kooperationspartner fordern den Stopp des Planungsverfahrens für SuedLink und eine grundlegende Neuerstellung der Stromnetzplanung. „Die Ressourcen, die wir noch haben, müssen wir für die nachfolgenden Generationen schonen“, sagte Maria Quanz vom Bundesverband und fügte an: „Jeder soll seiner Verantwortung gerecht werden.“ Die Kooperationspartner richten sich mit einer Erklärung an das hessische Ministerium für Wirtschaft, Umwelt, Verkehr und Landesentwicklung. Zudem wird in naher Zukunft eine Werbe- und Informationskampagne zur dezentralen Energiewende gestartet.

Fulda, 29.08.2016

Pressemitteilung des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink:


Katastrophenschutz versus SuedLink Die Pläne der Bundesregierung, durch ein neues Konzept zur zivilen Verteidigung eine bessere Versorgungssicherheit der Bevölkerung im Katastrophenfall zu gewährleisten, rücken die geplanten Stromautobahnen SuedLink und SuedOstLink erneut in den Fokus.

"Ich kann mir vorstellen, dass es Gruppen und Staaten gibt, die herausfinden wollen, wie anpassungsfähig die deutsche Gesellschaft bei einem Stromausfall ist". Soweit die Worte des Bundesinnenminister anlässlich einer Pressekonferenz zum Katastrophenschutz. Endlich scheint ein Bundesminister den Zusammenhang zwischen Stromversorgung und Schutz der Bevölkerung verstanden zu haben. Herzlichen Glückwunsch Herr de Maizière! Gleichzeitig empfiehlt man von Regierungsseite ein gewisses Maß an Selbstversorgung. Also regionales, dezentrales Krisenmanagement. Leider wurde dieses Konzept nicht mit Wirtschaftsminister Gabriel abgestimmt. Was aber für Wasser, Lebensmittel und Alltagsdinge gilt, muss auch in der Energieversorgung berücksichtigt werden.


Können diese Megaleitungen also für die Aufrechterhaltung der Stromversorgung in
Krisenzeiten einen Beitrag leisten?


Wir vom Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink meinen: NEIN! Sie sind gerade der Schwachpunkt, durch den die öffentliche Ordnung, sowohl für die deutsche Bevölkerung, als auch für unsere europäischen Nachbarn, dauerhaft gefährdet wird! Die Bundesregierung, allen voran Bundeswirtschaftsminister Gabriel, setzt alles daran, um in Deutschland das Energieversorgungssystem weiterhin zentralistisch auszurichten. Die vier großen Energiekonzerne RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall beherrschen heute ca. 80% des Strommarktes und die Energieversorgung war lange Zeit hauptsächlich auf Atom- und Kohlestrom ausgerichtet. Für die Übertragungsnetze sind ebenfalls vier Konzerne verantwortlich: TenneT TSO, TransnetBW, Amprion und 50 Hertz Transmission. Das Geschäftsmodell dieser Monopolisten besteht darin, soviel Strom wie möglich (egal ob fossil oder erneuerbar) durch große Übertragungsleitungen in HGÜ-Technik über weite Strecken zu transportieren. Das bedeutet im schlimmsten Fall, durch den Ausfall einer einzigen Leitung, z.B. des SuedLink, entsteht schlagartig eine Versorgungslücke von 4 GW. Dabei spielt es keine Rolle, wodurch eine Katastrophe ausgelöst wird, durch Wetterereignisse, Naturkatastrophen, terroristische Angriffe oder durch Sabotageakte. Die Stromerzeuger und die Übertragungsnetze sind darüber hinaus bereits heute beliebte Ziele von Cyberattacken! Wenn man also die Stromversorgung von Leitungen dieser Größenordnung abhängig macht, kann von einer Versorgungssicherheit im Ernstfall nicht die Rede sein! Eine Dezentralisierung und Regionalisierung der Energieversorgung liegt offensichtlich weder im Interesse der Energiekonzerne, noch der Übertragungsnetzbetreiber und der Regierung.

 

Wir fordern Minister de Maizière auf, das Konzept eines wirksamen Katastrophenschutzes
mit seinen Kolleginnen und Kollegen ressortübergreifend fortzuschreiben! Die gesicherte Energieversorgung ist ein tragender Pfeiler des wirtschaftlichen Erfolges von Deutschland und Europa und dient damit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Die Absicherung dieser Schlüsselstellen des gesellschaftlichen Lebens ist also extrem wichtig. Angriffe, egal welcher Art, auf die Energieerzeugung, das Übertragungsnetz, auf Umspannwerke oder Leitstellen können Kettenreaktionen hervorrufen, wodurch die Stromversorgung in ganzen Teilen Europas lahmgelegt werden kann. Trotz IT-Sicherheitsgesetz reichen die derzeitigen Maßnahmen zur Absicherung des Energiesektors nicht aus. Gigantische Übertragungsleitungen bilden eine gefährliche Schwachstelle und einen großen Risikofaktor. Bereits in der Planung der Versorgungssysteme muss der Fokus auf größtmögliche Sicherheit gelegt werden.


Regionalisierung und Dezentralisierung sind hier der Schlüssel zum Erfolg! Als Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink sind wir bereit, unsere demokratischen Pflichten zum Wohle der Allgemeinheit wahrzunehmen und werden unsere Vorstellungen zum Thema „Katastrophenschutz versus SuedLink“ gerne im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit in die weitere Diskussion einbringen.

05.09.2016 | Presse

Neue Studie zur Halbzeit des Atomausstiegs

Versorgungssicherheit trotz AKW-Abschaltungen stabiler denn je – fossile Reserveleistung ersetzbar

Die Stabilität der deutschen Stromversorgung hat sich trotz des Atomausstiegs verbessert. Das ist das Ergebnis einer Kurzstudie des Analyseinstituts Energy Brainpool im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy. Obwohl in der ersten Halbzeit des 2011 begonnenen und auf elf Jahre angelegten Atomausstiegs bislang neun Reaktoren mit einer Leistung von rund zehn Gigawatt weitgehend durch wetterabhängige erneuerbare Energien ersetzt wurden, ist die Stromversorgung deutlich seltener ausgefallen. Zudem mussten die Netzbetreiber seit 2011 weit seltener Ungleichgewichte mit so genannter „Regelleistung“ ausgleichen. Energy Brainpool führt dies auf eine bessere nationale und internationale Zusammenarbeit der Übertragungsnetzbetreiber sowie auf eine Stärkung des kurzfristigen Stromhandels zurück.

Die gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung der europäischen AKW-Lobby, die Atomkraft garantiere eine besonders stabile Stromversorgung, ist falsch“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy. Derzeit planen zahlreiche europäische Staaten den Bau von Atomkraftwerken. Großbritannien will im Herbst endgültig über den Bau des AKWs Hinkley Point C entscheiden, Ungarn plant am Standort Paks einen Reaktorbau mit russischer Beteiligung.

Für die Bewertung der Versorgungssicherheit hat Energy Brainpool mehrere Faktoren betrachtet: Auch laut dem von der Bundesnetzagentur jährlich erhobenen Index – dem so genannten SAIDI – summierte sich die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung hierzulande im Jahr 2014 auf rund zwölf Minuten - deutlich kürzer als vor dem Atomausstieg: 2010 fiel der Strom noch knapp 15, im Jahr 2006 sogar mehr als 21 Minuten aus. „Ein hoher Anteil konventioneller Erzeugungsleistung – etwa aus Kernkraft –garantiert kein hohes Niveau an Versorgungssicherheit“, so das Fazit von Studienleiter Thorsten Lenck.

Auch im internationalen Vergleich mit  klassischen Atomländern schneidet Deutschland mit seinem relativ hohen Anteil erneuerbaren Stroms gut ab: Frankreich (81 Prozent Atom) und Ungarn (36 Prozent) kamen 2013 auf Ausfallzeiten von jeweils rund 68 Minuten. In Großbritannien (19 Prozent) fiel der Strom im Schnitt für immerhin 55 Minuten aus.

Im Jahr 2011 hatte die deutsche Bundesregierung den Atomausstieg beschlossen. Die seitdem abgeschalteten AKWs deckten mehr als zehn Prozent der Spitzenlast in Deutschland ab. Parallel dazu stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch von damals 20 auf inzwischen deutlich über 30 Prozent.

Die aktuelle Untersuchung zeigt zudem, dass sich klimaschädliche Kohlekraftwerke als Reserve für abgeschaltete AKWs schrittweise ersetzen lassen: „Bereits 2020 kann eine effiziente Steuerung bei Biomasseanlagen, Haushalten und Industrieanlagen die Spitzennachfrage um bis zu 4,4 Gigawatt reduzieren“, so Lenck. Entsprechend seltener müssten dann fossile Kraftwerke die so genannte „gesicherte Leistung“ bereitstellen. Eine weitere Schlüsselrolle zur Absicherung der Stromnachfrage könnten laut Energy Brainpool künftig Speichertechnologien wie Windgas (Power-to-Gas) übernehmen. Windgas nutzt überschüssigen Ökostrom, um Wasserstoff herzustellen, der im Gasnetz gespeichert, verbraucht oder in Gaskraftwerken wieder verstromt werden kann – die Technologie eignet sich damit auch, um Stromüberschüsse im Netz kostengünstiger abzufedern.

Die Politik muss dringend dafür sorgen, dass eine flexible und dezentrale Technologie wie Windgas künftig nicht nur mithilft, Atomstrom zu ersetzen, sondern mittelfristig auch fossile Reserven verzichtbar machen kann“, sagt Sönke Tangermann. Dies könne sogar die Versorgungssicherheit weiter stärken. Denn, so ein weiteres Fazit der Kurzstudie: „Während die Schwankungen bei wetterabhängigen erneuerbaren Energien in der Regel gut ausgeglichen werden, können bestimmte Wetterereignisse bei konventionellen Kraftwerken die Versorgungssituation verschärfen.“

So mussten in den besonders heißen Sommern 2006 und 2007 mehrere deutsche Kohlekraftwerke gedrosselt oder gänzlich abgeschaltet werden, damit die Flusstemperaturen durch das Kühlwasser nicht über die zulässigen Grenzwerte anstiegen. Und niedrige Pegelstände von Flüssen führten bei Kohlekraftwerken im Dezember 2015 zu Versorgungsengpässen, weil die Meiler nicht mehr per Schiff mit Kohle beliefert werden konnten. 

 

Downloads:

 

Kurzstudie von Energy Brainpool zur Versorgungssicherheit (Deutsch, PDF)

 

Short Study by Energy Brainpool on Supply Security (English, PDF)

 

Press Release on Short Study / Supply Security (English, PDF)

 

Kalbach, 5. Juli 2016

 

 

Die Arbeitsplattform SuedLink der Hamelner Erklärung stellt Ihnen die Vorträge welche am 21. Juni in Fulda unter Beteiligung von KgSL Mitgliedern stattfand als Downloads zur Verfügung. Neben interessanten Fragen und Antworten zur Erdverkalbelung auch in Anbetracht der Landwirtschaft sowie Rechtsfragen werden angesprochen und behandelt.  

 

Vorträge der Fachkonferenz – 21.6.2016 in Fulda 

 

 

Kalbach 3. Juli 2016

 

Gemeinde Kalbach neues Mitglied im Rhönlink

 

Zum 1. Juli 2016 schließt sich auch die Gemeinde Kalbach dem Rhönlink an. Einer Initiative gegen den Bau der SuedLink Trasse in welcher sich bisher bereits 6 Bürgerinitiativen und länderübergreifend 24 Gemeinden aus den Landkreisen Fulda und Bad Kissingen zusammengeschlossen haben.

Im Gegensatz zu der Hamelner Erklärung in welcher nur die Landkreise Mitglieder sind, u.a. auch der Landkreis Fulda, setzt der Rhönlink ausschließlich auf die Beteiligung von Bürgern. Zum offiziellen Beitritt und Mitgliedschaft der Gemeinde Kalbach beim Rhönlink, kamen am Freitag bei Jochen Vogel, Mottens Bürgermeister und erster Vorsitzender des Rhönlink, Kalbachs Bürgermeister Florian Hölzer begleitet vom Vorsitzenden der Bürgerinitiative „Kalbach gegen SuedLink“ (KgSL) Martin Müller aus Uttrichshausen sowie Arnd Rössel (BfK) aus Mittelkalbach zur Übergabe einer förmlichen Anmeldung ins Mottener Rathaus. 

Nachdem die betroffenen Gemeinden Eichenzell (Gründungsmitglied) und später auch Petersberg und Künzell sehr früh der Rhönlink Initiative angehörten, sah die Kalbacher Politik lange Zeit keine Notwendigkeit sich diesem anzuschließen. Durch den in diesem Frühjahr stattgefundenen Politikwechsel, hat sich Kalbachs Gemeindevorstand entschlossen, diesen längst fälligen Schritt nachzuholen. 

Endlich ist der weise Fleck auf der Landkarte verschwunden und mit Kalbach alle betroffenen Gemeinden des südlichen Landkreises Fulda im Rhönlink Mitglied, so Bürgermeister Hölzer und Martin Müller (KgSL/BfK) welcher bereits seit mehr als einem Jahr mit der Bürgerinitiative (KgSL) beim Rhönlink Mitglied ist.

 Im Herbst diesen Jahres werden die neuen Trassenverläufe des SuedLink veröffentlicht. Danach wird die Diskussion um die Trasse wieder volle Fahrt aufnehmen. Dass es überhaupt soweit gekommen ist, ist dem unermüdlichen Einsatz der vielen Bürgerinitiativen rund um den SuedLink zu verdanken.

 Obwohl der Gesetzgeber und die Bundesnetzagentur zum Schutze der Bürger jetzt die Erdverkabelung favorisieren und der SuedLink nach Meinung der Bürgerinitiativen ausschließlich politisch gewollt ist, hat bis heute noch niemand nachgewiesen (von allen Bürgerinitiativen gefordert), dass eine Notwendigkeit der SuedLink-Trasse überhaupt erforderlich ist! Auch geistern jetzt bereits wieder spekulative und Panik machende Zahlen über entstehende Mehrkosten durch die Medien, was den Bürger bzw. Stromverbraucher eine Erdverkabelung mehr kosten wird.

 Letztendlich kann dies noch keiner sagen, da der endgültige Trassenverlauf noch gar nicht feststeht. Diesen will der Betreiber Tennet und die Bundesnetzagentur bis Herbst diesen Jahres veröffentlichen.

Jochen Vogel, Florian Hölzer, Martin Müller, Arnd Rössel
- von links nach rechts -Jochen Vogel, Florian Hölzer, Martin Müller, Arnd Rössel - von links nach rechts -

 

Kalbach, 10. Juni 2016

 

Die Fahrt und die Diskussion um die Energiewende und somit auch um die geplante SuedLink Trasse nehmen wieder an Fahrt auf. Eine Tagung jagt die andere. Auf der Ebene der SuedLink - Gegner als auch in der Bundesregierung. So rechnet die Bundes-Netzagentur bis 2025 mit einer Fertigstellung der SuedLink Trasse.

Geplanter neuer Korridor des SuedLinkGeplanter neuer Korridor des SuedLink

 

Nach derzeitigen Entwürfen dürfte der Korridor des SuedLink jetzt mehr westlich an Fulda und unserer Region vorbeigeführt werden. Von Erfolg wollen wir aber erst dann sprechen, wenn die Pläne und die Umsetzung endgültig fest gezurrt sind und das Kabel im Boden liegt.

 

Am 4.6.2016 tagte der Bundesverband der SuedLink - Bürgerinitiativen in Burghaun. An dieser nahmen auch einige aktive Mitglieder unser BI KgSL teil. Die offizielle Pressemitteilung zu den Tagungsergebnissen lesen sie hier im Anschluss.

 

Pressemitteilung: 04.06.2016 - Sitzung des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink (BBgS) in Burghaun

Heiße Diskussionen und erschreckende Einblicke in den Alltag von Betroffenen, prägten die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink am vergangenen Samstag in Burghaun, zu der neben Bürgerinitiativen aus vier Bundesländern, auch Matthias Otte (Abteilungsleiter Netzausbau bei der Bundesnetzagentur in Bonn) angereist war, um sich in der vollbesetzten Gaststätte „Alt Burghaun" den Fragen der Verbandsmitglieder zum aktuellen Stand der SuedLink-Planungen zu stellen.

Schon kurz nach der Begrüßung und während des Vortrages von Herrn Otte über Netzausbau, Erneuerbare Energien und Richtlinien der gesetzlich beschlossenen Erdkabel­methodik bei Gleichstromtrassen (z.B. SuedLink), schossen die ersten Hände in die Höhe und es entwickelte sich eine anregende Diskussionsrunde. „Als Bundesoberbehörde sind wir an gesetzliche Vorgaben gebunden", versuchte Herr Otte zu verdeutlichen und stieß damit auf direkten Einspruch des Bundesverbandsvorsitzenden Guntram Ziepel: „Hätte es den Bürgerprotest nicht gegeben, würden wir heute immer noch über Freileitungen reden. Gesetze können geändert werden und daher steht auch Ihre Behörde in der Verpflichtung die konsequente Umsetzung des Zielsystems der Energiewende im Zusammenhang mit Netzausbau nicht aus den Augen zu verlieren." Die Bürgerinitiativen sind nach wie vor überzeugt, dass der SuedLink nicht für die Energiewende, sondern vorrangig für den Stromhandel gebaut werden soll. Das Festhalten an klimaschädlichen Kohlekraftwerken für die Netzstabilität wird hier ebenso verurteilt wie die Novellierung des EEG. Ein Aus für die Bürgerenergiewende wird befürchtet und das Erreichen der Klimaziele durch diese verfehlte Energiepolitik infrage gestellt.

Der Gesprächsbedarf war groß und so wurde Vieles, von Netzstabilität im Zusammenhang mit den neu beschlossenen begrenzten Ausbaukapazitäten für Windkraft, über Speicher und die Definition von Strombedarf im Sinne von Verbrauch und Erzeugung, bis hin zu den Kopernikus-Förderprojekten-Energiewende, thematisiert. Herr Otte warb für die weitere Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger - zusätzlich auch jederzeit außerhalb der Konsultationsverfahren - und bewertete dies als hilfreich für die Arbeit der Bundesnetzagentur. Stellungnahmen bzw. Einwände im Vorfeld der anstehenden Antragskonferenzen für SuedLink könnten so in die weitere Planung einfließen, wie zuletzt auch bei der Erstellung des „Methodenpapiers zur Erdverkabelung" geschehen.

Doch den Höhepunkt der Veranstaltung bildete der Vortrag der Interessensgemeinschaft Bergrheinfeld gegen SuedLink. Unterstützt durch (leider im negativen Sinn) beeindruckende Bilder, konnte Norbert Kolb vom Bauernverband Bergrheinfeld einen umfassenden Situationsbericht der Region um das stillgelegte Kernkraftwerk Grafenrheinfeld geben. Ca. 150 Strommasten aller Spannungsebenen durchqueren die Gemeinde und auch zwei Umspannwerke mit einem Flächenverbrauch von ca. 31 ha belasten bereits jetzt die Gemarkung Bergrheinfeld. Inzwischen hat Übertragungsnetzbetreiber TenneT, von der Öffentlichkeit größtenteils unbemerkt, weitere Flächen aufgekauft und versucht anscheinend im Vorfeld Fakten für den möglichen Bau einer für den SuedLink benötigten Konverter-Station zu schaffen. Doch nicht nur SuedLink, auch die geplanten 380 kV Trassen P43 und P44, sowie die Weiterführung der Thüringer Strombrücke werden Bergrheinfeld belasten. „Nie haben wir geklagt, man hat in der Vergangenheit versucht sich zu arrangieren, doch was zu viel ist, ist zu viel!", erläuterte Norbert Kolb, „angeblich sind noch keine Entscheidungen getroffen und man beteuert, mit den Bürgern geeignete Lösungen finden zu wollen, aber die TenneT-Aktivitäten sprechen eine andere Sprache! Hier wird keiner mehr gefragt, hier sind schon Tatsachen geschaffen worden, das macht betroffen und ärgerlich und darüber sollte auch die Bundesnetzagentur Bescheid wissen!"

Über die unterschiedlichsten Erfahrungen im Zusammenhang mit Bürgerbeteiligung konnte auch der BBgS Vorstand bei der anschließenden Terminbesprechung berichten. Nach reichlicher Kritik über Veranstaltungsformate der Vergangenheit, wurde in vielen Gesprächen die Neuausrichtung der Zusammenarbeit bei allen Verantwortlichen eingefordert. Ob mit Übertragungsnetzbetreiber TenneT, Bürgerdialog Stromnetz, oder Politik, es wird darauf geachtet werden, dass den Versprechungen auch Taten folgen. Die Objektivität in der Themenaufarbeitung muss gewährleistet werden, denn immer öfter wird auch von Experten die Notwendigkeit des SuedLink angezweifelt. Die Forderung nach einem Szenariorahmen ohne HGÜ-Leitungen ist hier genauso legitim, wie die Aufforderung zu einer verstärkten Förderung von Speichertechnologien durch das Bundeswirtschaftsministerium.

Daher das klare Fazit des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink: Wachsam bleiben und Mitspracherecht einfordern! Beteiligungsmöglichkeiten wahrnehmen und darauf achten, dass die vielen Stellungnahmen, die bereits im Vorfeld der ersten SuedLink- Planungen (damals noch als Freileitung) abgegeben wurden, im weiteren Verfahren ebenso berücksichtigt werden wie die neu zu ermittelnden Raumwiderstände bzgl. Bodenschutz.

Ein Netzausbau der nicht den Menschen, sondern den wirtschaftlichen Interessen der großen Energiekonzerne und den Übertragungsnetzbetreibern dient, wird weiterhin auf Ablehnung und massiven Widerstand in der Bevölkerung stoßen, darüber waren sich alle Bürgerinitiativen einig.

  Kalbach , 26. Januar 2016

Die Macht des Stromkartells

Aktuelle Themen wie derzeit die Flüchtlingsproblematik überlagern vielerorts das Interesse am jetzt doch seit fast zwei Jahren köchelnden Leitungsbau des SuedLink. Immer wieder probieren die Netzbetreiber über die Hintertür ihre Interessen für einen Trassenbau in der Bevölkerung mit Horrorszenarien wie zum Beispiel großen Kostensteigerungen durch zusetzen. Die Bürgerinitiativen sind jedoch nach wie vor wachsam. Wir möchten Sie heute auf eine Reportage der ARD über die Macht und Methoden der Stromkonzerne aufmerksam machen. Klicken Sie einfach auf den Link am unteren Rand des Bildes um den Film zu starten.

Die Macht der StromkonzerneDie Macht der Stromkonzerne 

Kalbach , 19. Januar 2016

Der Bundesverband der Bürgerinitiativen hat eine neue Internetpräsenz.

 

Als Mitglied im Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen den SuedLink wollen wir neben den

aktuellen Informationen welche wir hier auf diesen Seiten präsentieren die Aufmerksamkeit auch

auf die aktuellen Seiten und Informationen des Bundesverbandes richten.

 

Einen Link zur neuen Homepage des Bundesverbandes finden Sie hier.  

 

 

Bundesverband gegen SuedLinkBundesverband gegen SuedLink

 

 

 

 

Kalbach , 28. Dezember 2015

Die Osthessen News veröffetlichte heute eine Bilanz der Bürgerinitiativen gegen Südlink. Nachfolgend finden Sie sowohl den Link zum Originalartikel als auch diesen hier als Auszug.

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Große Skepsis auch mit Erdverkabelung - Kritik an neuen Kohlekraftwerken

Der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink, der die Interessen vieler Bürgerinitiativen der Länder Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vertritt, hat während den Weihnachtsfeiertagen Bilanz gezogen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Natürlich würde die Ausweitung von Erdverkabelung bei Höchstspannungsleitungen den Netzausbau bürgerfreundlicher gestalten. "Aber für uns ist die Notwendigkeit von HGÜ-Trassen nach wie vor nicht eindeutig belegt worden" heißt es wörtlich.

Nach den vielen Bürgerbeteiligungen der letzten Wochen zum Thema Netzausbau bestätigten sich nun die Befürchtungen, dass es durch die Beschlussfassungen in Bundestag und Bundesrat bzgl. der Gesetzesänderungen zum Energieleitungsbau in erster Linie um eine Beschleunigung des Netzausbaus und nicht um die Einbeziehung des Bürgerwillens bei Planungsentscheidungen zum Energieleitungsbau gehe.

Auch beim Austausch von bestehenden durch noch höhere Masten für HGÜ-Freileitungen werde die Option der Erdverkabelung nicht berücksichtigt. Die erheblichen Umweltauswirkungen in den betroffenen Regionen und die zusätzliche Belastung der Bevölkerung seien anscheinend nicht entscheidungsrelevant für die „Volksvertreter“. Der Blick auf die Thüringer Strombrücke sei ein mahnendes Beispiel, denn die gerade in Betrieb genommene Drehstromtrasse sei als Pilotprojekt für Erdverkabelung ausgeschrieben worden - aber kein einziger Meter realisieert worden, kritisierte der Bundesverband.

"Wir fordern eine starke solidarische Bürgergemeinschaft und eine Abkehr vom St. Floriansprinzip. Wir alle sind betroffen, denn die Bundesregierung verfolgt einen ehrgeizigen Netzausbauplan der sich nicht am Strombedarf im Sinne von Verbrauch und Versorgungssicherheit orientiert, sondern am wachsenden internationalen Stromhandel der weiterhin auch auf fossilen Energieträgern basiert. Freuen können sich darüber nur die Übertragungsnetzbetreiber, die mit ihren Bedarfsermittlungen zur Stromnetzplanung hauptsächlich die eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgen. Davon ist der Bundesverband überzeugt".

Obwohl in Deutschland Kohlekraftwerke stillgelegt würden, bleibt der Bundesverband kritisch, denn anstatt umweltfreundliche Gaskraftwerke zu fördern, sollen in Deutschland alte Kohlemeiler als Notfallreserve eingesetzt werden. Laut Öko-Test erhielten die Konzerne dafür 1,61 Milliarden Euro. Viel Geld für klimaschädliche Kohlekraftwerke, die die Betreiber ohnehin stilllegen wollten. Die Regierung mache dieses Spiel mit und lasse sich von der Kohlelobby mit der Androhung von Arbeitsplatzabbau erpressen. Befremdlich auch die gleichzeitige Inbetriebnahme von neuen Kohlekraftwerken, die mit einer Laufzeit von bis zu 60 Jahren die angestrebten Klimaziele unterlaufen. "Kohle wird dann billig u.a. aus Kolumbien unter Missachtung von Menschenrechten importiert. Was das mit Energiewende und Klimaschutz zu tun hat, kann niemand erklären" heißt es in der Erklärung.

Deutschland steht am Scheideweg – auch in der Energiepolitik. Die Verträge von Paris weisen den richtigen Weg,denn alle Teilnehmer der Weltklimakonferenzhaben sich eindrucksvoll und verbindlich für den gemeinschaftlichen Klimaschutz und damit für die Erneuerbaren Energien ausgesprochen. Eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende in Deutschland könnte auch für andere Länder beispielhaft und richtungsweisend werden.

Würde man die zügige Weiterentwicklung der unterschiedlichsten Speichertechnologien durch Fördermaßnahmen vorantreiben und regionalen Energiekonzepten Wettbewerbsfähigkeit einräumen, wären bereits die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Energiepolitik gestellt. Die Zubau-Dynamik von hocheffizienten und auf regenerativen Energien basierenden Kraft-Wärme-Koppelungs-Anlagen müsste durch geeignete Maßnahmen und gesetzliche Regelungen sichergestellt werden, um Investoren Planungssicherheit zu geben. KWK-Anlagen mit einem Wirkungsgrad von 80% verknüpfen die Versorgungsbereiche Strom- Wärme- und Gas und leisten bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zur Integration der Erneuerbaren Energien.

Wenn man nach Meinung des Bundesverbandes zusätzlich noch berücksichtige, dass ein gut ausgebautes Stromnetz auf Nieder- und Mittelspannungsebene (inklusive problemloser Erdverkabelung in diesen Spannungsebenen) den SuedLink und die anderen Gleichstromtrassen infrage stellen würde, "dann könnten wir vorsichtig optimistisch in das neue Jahr blicken. Dann hätte der Bürgerprotest der letzten Monate zu einer vernünftigen Entwicklung der Energiepolitik in den Regionen, in Deutschland und letztendlich in Europa beigetragen". (red)  +++ 

 

Kalbach , im Dezember 2015

 

100 Experten: Stromtrassen von Nord nach Süd überflüssig

BiogasBiogasBiogasanlagen könnten das schwankende Stromangebot aus der Wind- und Solarkraft ausgleichen. Allerdings ist der Anbau von Energiepflanzen umstritten. Foto: Rolink 
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Stromversorgung im Zeitalter der erneuerbaren Energien zu stabilisieren. Fast keine Technologie ist alternativlos, fast jede lässt sich zu überschaubaren Mehrkosten ersetzen. Eine Ausnahme sind flexible Gaskraftwerke. Sie sind das Rückgrat jedes stabilen Energiesystems der Zukunft.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Arbeitsgruppe des Akademien-Projekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS), die gestern veröffentlicht wurden. Daran beteiligt sind rund 100 Wissenschaftler*.
 
Wind- und Photovoltaikstrom schwanken in Abhängigkeit vom Wetter. Sogenannte Flexibilitätstechnologien müssen solche Schwankungen ausgleichen. Dafür gibt es zahlreiche gute Möglichkeiten: Von flexibel regelbaren Kraftwerken über Speicher bis hin zum so genannten „Demand-Side-Management“, das den Verbrauch mit dem Angebot in Einklang bringt. Doch welche Kombinationen verbinden Stabilität, Nachhaltigkeit, Kosteneffizienz und gesellschaftliche Akzeptanz? Eine Arbeitsgruppe des Akademienprojekts ESYS hat mithilfe eines eigens entwickelten Modells rund 130 Systemkonstellationen verglichen. 
 
Die Berechnungen zeigen: Es gibt zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten mit vergleichbaren Stromerzeugungskosten. Durch den anhaltenden Preisverfall werden Windkraft- und Photovoltaikanlagen künftig die wichtigsten Stromerzeugungstechnologien sein. Zusätzlich führt aber an flexiblen Gaskraftwerken langfristig kaum ein Weg vorbei. „Sie werden künftig zunehmend mit Biogas, Wasserstoff oder synthetischem Methan betrieben“, erläutert Prof. Dirk Uwe Sauer (RWTH Aachen, Co-Leiter der Akademien-Arbeitsgruppe). „Neue Kraftwerke sollten deshalb mit variabler Feuerung ausgelegt werden, damit die Gaswirtschaft sukzessive von Erdgas auf CO2-ärmere Brennstoffe umgestellt werden kann.“ Damit lassen sich auch bis zu drei Wochen lange wind- und sonnenarme Perioden sicher überbrücken.
 
Selbst mit 100 Prozent erneuerbaren Energien ist eine stabile und bezahlbare Stromversorgung möglich. Wind- und Photovoltaikanlagen können beispielsweise durch Biogas-, Solarthermie- oder Geothermie-Kraftwerke ergänzt werden. Diese sind flexibel regelbar und können auch mehrwöchige Windflauten überbrücken. Die jeweiligen Vor- und Nachteile müssen jedoch sorgfältig abgewogen werden:                       

 

  • Der Anbau von Energiepflanzen ist eine wichtige Option, zu bedenken sind jedoch Umweltfolgen sowie mögliche Nahrungsmittel- und andere Nutzungskonkurrenzen.
  • Solarthermische Kraftwerke haben einen geringeren ökologischen Fußabdruck, lohnen sich jedoch nur in  sonnenreichen Regionen. Für den Stromtransport von Südeuropa oder Nordafrika nach Deutschland müssten die transeuropäischen Netze massiv ausgebaut werden – was wiederum Kosten und Fragen der Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern nach sich zieht.
  • Die Geothermie beeinflusst die Umwelt und Umgebung vergleichsweise wenig, ist für die Stromerzeugung jedoch verhältnismäßig teuer und würde sich eher für die für die Wärmeversorgung lohnen.
Fast ohne zusätzliche Kraftwerke kommt ein System aus, in dem so viele Windkraft- und Photovoltaikanlagen installiert sind, dass sie über das Jahr mehr Strom produzieren als unmittelbar gebraucht wird (Überinstallation). Hier können Langzeitspeicher längere Windflauten überbrücken. 
 
Kurzfristige Schwankungen beim Stromangebot lassen sich am kostengünstigsten mit Demand-Side-Management ausgleichen. Batterien von Elektroautos und in Gebäuden mit Photovoltaikanlagen werden in der Zukunft Standard sein und würden dann aufgeladen, wenn viel Strom zur Verfügung steht. Auch der Betrieb von Haushaltsgeräten kann an das Stromangebot angepasst werden. Langzeitspeicher lohnen erst in einem System mit einer CO2-Einsparung über 80 Prozent. Bis dahin wäre es kostengünstiger, überschüssigen Wind- und Photovoltaikstrom in den Wärmemarkt zu geben oder nach dessen Sättigung abzuregeln.

 

Bemerkenswert: "Die Stromversorgung kann auch stark dezentral organisiert sein, sofern der Ausbau von Wind und Photovoltaik in allen Teilen Deutschlands erfolgt…", heißt es in der Studie weiter. Damit erteilen die Autoren der These "Ohne einen Stromnetzausbau von Nord nach Süd kann die Energiewende nicht gelingen" eine Absage. Die Kosten pro Kilowattstunde für die Alternativen könnten zwar um zehn Prozent steigen, allerdings wird auch der Netzausbau die Stromkosten nach oben treiben und vor allem für viel Unmut bei den Bürgern sorgen.

Mehr Infos zu der Studie finden Sie hier: Acatech

* Acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Union der deutschen Akademien der Wissenschaften.



Topagrar.com - Lesen Sie mehr auf: 

http://www.topagrar.com/news/Energie-Energienews-100-Experten-Stromtrassen-sind-ueberfluessig-2632162.html 

 

Kalbach , im Dezember 2015

  

Stellungnahme des Landesverbandes Hessen zum Entwurf des Netzentwicklungsplanes 2025

von Erika Carstensen – Bretheuer  (Sprecherin des Landesverbandes Hessen)

 

  • Gesetzliche Änderungen wurden nur ungenügend berücksichtigt

 

Die Netzbetreiber als Autoren des Netzentwicklungsplanes führen in ihrem Vorwort aus, dass sie die Einigung der Parteivorsitzenden zu Fragen des Energieleitungsbaus vom 1.7. in ihre Betrachtungen einbezogen haben. Allerdings konnten sie die tatsächlich vom Bundestag beschlossenen Änderungen des Rechts zum Energieleitungsbau vom 4.12.2015 nicht aufnehmen.

 

Die Autoren führen dazu aus: „Der in den Eckpunkten der Regierungskoalition vom 01.07.2015 enthaltene Erdkabelvorrang für HGÜ-Verbindungen befand sich zum Redaktionsschluss des NEP 2025 noch im Gesetzgebungsverfahren. Daher können die genauen Auswirkungen in diesem Bericht noch nicht vollständig abgebildet werden. Als erste Abschätzung wird deshalb in Kapitel 4.1.3 eine Bandbreite der möglichen Kostenauswirkungen eines gesetzlichen Erdkabelvorrangs für HGÜ-Verbindungen auf den in diesem NEP identifizierten HGÜ-Netzausbaubedarf angegeben.“

Für diese Kostenschätzung gibt es keine Grundlage, da noch völlig unklar ist, wo die Trasse als Erdkabel verlegt wird, wie viele kostenintensive Übergänge es von Freileitung zum Erdkabel erforderlich sind und wo die Trasse verlegt werden kann, so dass Bodenbeschaffenheit und Streckenlänge in keiner Weise abschätzbar sind. 

Weiterhin führen die Autoren aus, dass „der vorliegende NEP erstmals das im Sommer 2014 novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abbildet“. 

Bereits Ende Juli 2015 hat das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) Vorschläge für die nächste Novelle des EEG gemacht, Ende November wurde das Eckpunktepapier veröffentlicht, das ebenfalls nicht im NEP2025 berücksichtigt wurde. 

Am 3.12.2015 wurde die aktuelle Novelle des Gesetzes zur Neuregelung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes vom Deutschen Bundestag angenommen. Auch diese Gesetzesänderung fand keine Berücksichtigung. 

Die Planung ist deshalb bereits Makulatur, bevor die Konsultation abgeschlossen ist und hinsichtlich der Kostenschätzung in keiner Weise belastbar.

  

  • Der Übertragungsbedarf wird weiterhin anhand der Menge des produzierten Stroms und nicht aufgrund des Verbrauchs definiert

 

Wie alle Pläne zuvor wird der Bedarf an Übertragungsleistung in erster Linie daran bemessen, wieviel Strom produziert und europaweit gehandelt werden kann:
Im ersten Schritt wird für jedes Szenario des Szenariorahmens in einer Marktsimulation ermittelt, wann die entsprechenden erneuerbaren wie konventionellen Erzeugungsanlagen wie viel Energie ins Netz einspeisen. In der Marktsimulation wird das Wetter ebenso simuliert wie die Einbettung Deutschlands in den europäischen Strombinnenmarkt. Daraus wird der Übertragungsbedarf im Übertragungsnetz für jedes Szenario anhand der Netznutzungsfälle im Zieljahr 2025 bzw. 2035 ermittelt.

 Im zweiten Schritt wird darauf aufbauend für jedes Szenario in Netzanalysen der Netzentwicklungsbedarf (Netzverstärkungen und Netzausbau) bestimmt.“

 Als Nettostromverbrauch wird das Referenzjahr 2013 angegeben. Im Szenario C wird sogar davon ausgegangen, dass der Nettostromverbrauch aufgrund der Energiesparmaßnahmen sinkt. Dennoch geht auch dieses Szenario davon aus, dass die installierte Leistung gegenüber 2013 von 182,2 GW auf 201,8 GW ansteigt.

Auch dieser Netzentwicklungsplan macht deutlich, dass es nicht um die Sicherstellung der Stromversorgung der Verbraucher nach Abschaltung der Atomkraftwerke geht, wie immer argumentiert wird. Es geht darum, dass die Stromproduzenten ihren Strom europaweit handeln können und die Energiekonzerne ihren europaweiten Absatz für den konventionell erzeugten Strom in den Kohlekraftwerken und in den großen Off-shore-Anlagen sichern.

 

  • Die rasante technische Entwicklung im Bereich der Erneuerbaren und der Speichertechnologien bleibt unberücksichtigt

 

Der NEP 2015 berücksichtigt die rasante Entwicklung der neuen Technologien im Bereich der Erneuerbaren und der Speicher im Szenariorahmen nicht:

Die Entwicklung der deutschen Energielandschaft ist von einer Vielzahl von Faktoren geprägt. Themen wie weitere Bevölkerungsentwicklung, Smart Cities, Elektromobilität, Demand Side Management und Speicher sind einige der sich dynamisch entwickelnden Felder. Langfristig können hieraus relevante Verschiebungen hinsichtlich der Erzeugungs- oder auch Verbrauchsstruktur erwachsen, die sich in den Erfordernissen an das Verteilungsnetz und ggf.auch an das Übertragungsnetz niederschlagen. Im zehnjährigen Planungshorizont des Netzentwicklungsplans sind diese bisher nicht absehbar.“

Bedenkt man allein, dass die Kosten für Stromspeicher innerhalb eines Jahres um 25 % gesunken sind und power-to-gas-Anlagen bis spätestens 2030 marktreif sind, so ist die o.a. Aussage der Netzbetreiber unhaltbar.

Studien wie die des VDE zum zellulären Ansatz, die davon ausgehen, dass Energie innerhalb von Zellen weitgehend autark produziert werden kann, so dass der Übertragungsbedarf erheblich gesenkt werden kann, finden keine Berücksichtigung.

Dazu sagt Frau Prof. Dr. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin im DIW WOCHENBERICHT NR. 42/2015 VOM 14. OKTOBER 2015:

Einige Studien belegen jedoch, dass vermutlich gar kein Netzausbau notwendig sein wird, wenn die Energiewende dezentral umgesetzt wird und auf konsequentes Energiesparen sowie mittelfristiges Speichern gesetzt wird. Netzunternehmen haben ein Interesse daran, die Netze auszubauen, da sie damit derzeit am meisten Geld verdienen können. Studien zeigen, dass es deswegen zu einer Überschätzung der Bedarfsplanung kommt.“

Dieser Aussage kann sich der Landesverband nur anschließen.

  • Vergleich zu NEP 2014

Die über Nordhessen führende Trasse (SuedLink) wird im Plan als Maßnahme DC3 (Schleswig-Holstein-Baden-Württemberg) und DC 4 (Schleswig-Holstein-Bayern) mit jeweils 2 GW Übertragungsleistung angeben. Sie bleibt aus Sicht von Tennet eine Vorzugsmaßnahme.

Die Ausweitung auf insgesamt 12 GW wie im NEP 2014 ist im NEP 2025 auch für die Szenarien bis 2035 nicht vorgesehen. Eine Begründung dafür war nicht zu finden.

Wenn innerhalb eines Jahres der Übertragungsbedarf bis 2034/35 im Netzentwicklungsplan um 8 GW gesunken ist, stellt sich die Frage, zu welchem Ergebnis der nächste NEP kommt.

  • Fazit

 

  • Die aktuellen gesetzlichen Änderungen wurden nicht eingearbeitet.

  • Weiterentwicklungen insbesondere auf dem Gebiet der Speichertechnologien bleiben unberücksichtigt.

  • Das gleiche gilt auch für aktuelle, ernstzunehmende Studien wie die des VDE zum zellulären Ansatz, die den Bedarf an Übertragungsleitungen erheblich geringer einschätzt.

 

Aus Sicht des Landesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink ist die vorgelegte Planung nicht vertrauenserweckend und sollte grundsätzlich überarbeitet werden

 

  

Kalbach , im November 2015

Leserbrief von Erika Carstensen – Bretheuer zum Thema Erdverkabelung

 

Erdkabel sind nur die halbe Wahrheit

Zu: Suedlink neu planen; Drei Fragen an Tim Wiewiorra vom Bürgerdialog Stromnetz zur Erdverkabelung ; Melsunger Allgemeine vom 5.12. 2015

Der Beschluss des Bundestages zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieleitungsbaus hat nicht nur Folge, dass die Erdverkabelung Vorrang vor Freileitungen besitzt, sondern enthält neben zahlreichen Ausnahmen auch Regelungen, die die Beteiligungsrechte der Bürger und der Träger öffentlicher Belange an den Planungsprozessen weiter beschränken.

Besonders die Bürger, die bereits jetzt in der Nähe von großen Wechselstromtrassen leben müssen, werden weiterhin durch Freileitungen belastet werden, denn in der Nähe bestehender Trassen soll der Erdkabelvorrang nicht gelten. Außerdem kommt hier gemäß §11 NABEG das vereinfachte Verfahren zum Tragen, das die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger und der Träger öffentlicher Belange erheblich einschränkt, wenn die neue Trasse entlang bestehender Leitungen vorgesehen ist.

Außerdem können nun die Konsultationsmöglichkeiten zum Netzentwicklungsplan(NEP) so eingeschränkt werden, dass die Öffentlichkeit nur noch zu Maßnahmen, die neu in den NEP aufgenommen werden, Stellung nehmen kann.

In der Debatte zu diesem Gesetz wurde wieder einmal deutlich, dass sich der Bedarf für den Bau der Megastromtrassen in erster Linie aus der Menge des produzierten Stroms und nicht aus Verbrauch ergibt.

Dabei geht es, anders als immer behauptet, nicht nur um den Transport von sauberem Windstrom und die Absicherung der Energiewende, sondern in erheblichem Umfang um den Transport von Kohlestrom und um den europäischen Stromhandel, bei dem auch Atomstrom transportiert wird.

 

Erika Carstensen – Bretheuer

Hilgershäuser Str.1

34587 Felsberg

 

Kalbach, 18. August 2015

Mit dem Berliner Spruch "Nachtigall ich hör dir Trapsen" kann man die Panikmache und psychologischen Tricks der Stromlobby, unter anderem durch die Netzbetreiber Tennet und 50Hertz betiteln, welche weiterhin und nach wie vor probieren über die Hintertür die geplanten Megastromtrassen  in der Bevölkerung und mit Druck auf die Bundesnetzagentur durchzusetzen. Im einvernehmlichen Credo, dass Stromüberkapazitäten, sowohl durch Fotovoltaik als auch durch Windkraft verursacht, für teures Geld ins Ausland abgeleitet werden, begleiten uns mittlerweile über Monate. Damit will man angeblich fehlenden Leitungen von Nord nach Süd Vorschub leisten und fordert einen unverzüglichen Ausbau. Man vergisst jedoch zu betonen, dass diese Konstellationen nur in extrem Situationen wie in den vergangenen Tagen mit viel Sonne oder im Frühjahr mit den Starkwinden der Fall ist bzw. war. 

Das Problem liegt jedoch wo ganz anders und sollte zwischenzeitlich auch bei der Bundesnetzagentur und im Bundeswirtschaftsministerium angekommen sein. Nach wie vor gibt man den Kohlekraftwerken einen Vorrang in der Einspeisung vor dem regenerativ und derzeit nicht speicherbar erzeugten Strom. 

Auch wenn wir es schon viele Male unter anderem auch an dieser Stelle hier erwähnt haben, die Zukunft liegt in der "Power to Gas" Technologie. Nur schnell regelbare Erzeugerkraftwerke wie mit Gas oder Wasser betrieben können im Vergleich zu der schmutzigen und unflexibel zu steuernden Kohlekraft die Lösung sein, wenn die Energiewende gelingen soll.  

Folgen sie bitte zu diesem Thema der Meinung auch anderen Bürgerinitiativen mit den beiden unten in der Presse an 17.8.2015 veröffentlichten Leserbriefen.

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Leserbrief zu Melsunger Allgemeine vom 17.8.2015 :

  • Kaum Chancen für Wasserkraftanlagen
  • Braunkohle über die EU-Hürde helfen
  • Super Sommer – ein teuer Spaß

Wer die Melsunger Allgemeine vom 17.8. liest, muss leider feststellen, dass die Energiewende im Sinne von dezentraler  Versorgung mit erneuerbaren Energien  noch einen weiten Weg vor sich hat.

Der Bau einer Kleinwasserkraft-Anlage unterliegt derartig vielen Auflagen, dass ein Neubau kaum noch möglich ist. Wasserkraft hat aber im Zusammenspiel der dezentralen Versorgung mit Erneuerbaren Energien die Aufgabe,  Grundlast abzusichern.

Einige Seiten weiter ist zu lesen, dass die Betreiber von Braunkohlewerken als „Kapazitätsreserve“ hingegen jährlich mit 230 Mio. Euro jährlich aus einer Umlage der Stromkunden  finanziert werden, obwohl diese wegen der unflexiblen Steuerungsmöglichkeiten dafür denkbar ungeeignet sind. 

Auf der gleichen Seite wirbt Herr Biermann vom Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz dafür, dass die Megastromtrassen gebaut werden müssen, um hohe Stromkosten und einen Black-out zu verhindern.  Die Argumentation ist für mich nachvollziehbar:

Es  wird ausgeführt, dass konventionelle Kraftwerke herunter gefahren werden, weil der Sonnenstrom Vorrang hat. Das gilt nur für Gaskraftwerke, denn bei Kohlekraftwerken sind derartige flexible Regelungen technisch nicht möglich. Deshalb treffen die sog. Redispatchmaßnahmen  fast ausschließlich die Windräder und Solaranlagen.

Mir ist unverständlich geblieben, warum Stromnetze verstopfen, wenn Kohlekraftwerke wegen zu geringem Kühlwasser heruntergefahren werden.  Dadurch müsste eigentlich Übertragungskapazität für  den vermehrten Strom der Photovoltaikanlagen  frei werden.

Die meisten Photovoltaikanlagen und erheblich mehr Sonnenstunden gibt es in Bayern und Baden-Württemberg  und nicht im Norden und Nordosten. Deshalb  frage ich mich, warum dieser Strom  aus Süddeutschland über Polen nach Ungarn und Italien geleitet werden muss.

Ich kann mich bei dem Artikel des Eindrucks nicht erwehren, dass die Netzbetreiber jetzt eine Öffentlichkeitsoffensive starten, um auf die Bundesregierung  Druck auszuüben, damit  diese den  Netzausbau forciert. Schließlich müssten die Übertragungsnetzbetreiber mit ihren Planungen von vorn beginnen, wenn die Beschlüsse des Energiegipfels vom 1.Juli tatsächlich in entsprechende Gesetzesänderungen mündeten.

Offenbar geht es lediglich darum, den Stromhandel innerhalb Europas ungehindert stattfinden zu lassen, zumal die Netzbetreiber sonst in Regress genommen werden.

Wir Verbraucher sollten unter diesem Gesichtspunkt zu Stromanbietern wechseln, die dezentral erzeugte erneuerbare Energie anbieten.

 

Erika Carstensen –Bretheuer

Stellvertretende Vorsitzende der BI lebenswertes Felsberg

 

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An die HNA                                                                                              Homberg, d. 17.8.15

 

Leserbrief zum Artikel: Super Sommer-ein teurer Spaß vom 17.8.15

 

Der Lobbyist Dirk Biermann warnt die Stromkunden

 

Ganz offensichtlich wollen die Großkraftwerksbetreiber und ihre Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Amprion, TransnetBW und 50Hertz für die Probleme im europäischen Stromhandel und die damit begründete Stromverteuerung die Bürger, die sich gegen die Megastromautobahnen wie Suedlink zu recht wehren, verantwortlich machen. Dirk Biermann, Geschäftsführer und Lobbyist des Netzbetreibers 50Hertz, eine Tochter des schwedischen Großkonzerns Vattenfall, beklagt, dass der deutsche Ökostrom (z.Zt. ca. 28% im Jahresmittel) die Produktion der klimaschädlichen Kohlekraftwerke stark beeinflusst. Biermann fordert den Ausbau der gigantischen Stromtrassen von Nord- nach Süddeutschland, damit der europäische Stromhandel der Großkonzerne weiterhin milliardenschwere Gewinne in ihre Kassen spült. Warum wird in Deutschland der Strom teurer, wenn in Polen Kohlekraftwerke herunterfahren müssen, obwohl wir in Deutschland eine Stromüberproduktion haben? Das verstehen die Bürger nicht, sie fordern die Energiewende, dezentral auf der Basis der erneuerbaren Energien. Strom dort produzieren, wo er gebraucht wird, die Supergrids werden, siehe Artikel, nur für den Stromhandel der Großkonzerne wie 50Hertz benötigt, mit unserer Daseinsfürsorge hat dies nichts zu tun.

 

Bernd Herbold

Homberg

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nachdem das „Erdkabelgesetz“ verabschiedet wurde,  hat die Bundesnetzagentur ein Positionspapier entworfen zu den rechtlichen und methodischen Anforderungen an die Anträge auf Bundesfachplanung nach § 6 NABEG, die sich aus dem Erdkabelvorrang für die Planungen der Vorhabenträger ergeben.

 

Der Entwurf des Positionspapiers "Erdkabel-Methodik" ist unter  www.netzausbau.de/erdkabel-methodik<http://www.netzausbau.de/erdkabel-methodik>  veröffentlicht. Weitere Informationen sind dem beigefügten Newsletter zu entnehmen oder unter dem Link: www.netzausbau.de abrufbar.

 

 

 

 

 

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Bonn, 22. Februar 2016

 

 

Konsultation des Positionspapiers zur Erdkabel-Methodik

Wie verändert sich die Planung des Netzausbaus durch den gesetzlich festgelegten Erdkabelvorrang? Nehmen Sie Stellung zum Positionspapier der Bundesnetzagentur.

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Methodenkonferenz Erdkabel: Raumänderung

Um das Positionspapier zum Erdkabel-Vorrang geht es auch bei der Methodenkonferenz am 3. März 2016 in Bonn. Die Bundesnetzagentur möchte den Entwurf dabei mit der Öffentlichkeit diskutieren. Aufgrund der hohen Nachfrage haben wir nun die Räumlichkeiten gewechselt.

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EnLAG-Monitoring zum vierten Quartal 2015 veröffentlicht

Rund 56 Kilometer an Leitungen wurden im vierten Quartal fertiggestellt. Damit sind insgesamt 614 Kilometer realisiert, das sind rund 35 Prozent der Gesamtlänge . Alle weiteren Informationen finden Sie im aktuellen Monitoring-Bericht.

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cid:image004.jpg@01D16D85.F52537B0Technik-Dialog im Film

Am 17. November 2015 fand in Köln der Technik-Dialog zum Thema Konverter statt. Wir haben den Termin mit der Kamera begleitet und auf YouTube für Sie zusammengefasst.

> Mehr erfahren

 

Konverter-Broschüre

Ein Konverter im eigenen Umfeld? Die Vorstellung wirft bei vielen Menschen eine Reihe von Fragen auf. Warum die Umrichterstationen notwendig sind und welche Auswirkungen sie haben, können Sie in unserer Broschüre nachlesen – ab sofort in unserer Mediathek.

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Kalbach, 16.7.2015

 

Die Energiewende nur am SuedLink oder der Osttrasse festzumachen ist zu kurz gedacht.  Unabhängig der Prüfung ob die Trassen überhaupt benötigt werden, oder ob der Erdverkabelung der Vorrang vor  Trassen gegeben wird,  muss der komplexe Prozess der zukünftigen Energieerzeugung betrachtet und mit ins Kalkül gezogen werden. Heute möchten wir an drei Folien zeigen, wie die Stromerzeugung zukünftig effizient und nachhaltig für unsere Umwelt gestaltet werden kann.

Folie 1: Heutige Umweltkosten der Stromerzeugung

 Vergleich der Umweltkosten für die Stromerzeugung der heute im Einsatz befindlichen Energieträger.Vergleich der Umweltkosten für die Stromerzeugung der heute im Einsatz befindlichen Energieträger.

 

Folie 2:  Zukunftsweisende Stromerzeugung am Beispiel der Stadtwerke Mainz mit "Power to Gas" am Energiepark Mainzer.

 

      

Folie 3: So könnte dann die Zukunft aussehen und die Akzeptanz für Windkraft auf Freiflächen würde bei der Bevölkerung wieder zunehmen. 

  

Motten, 5.7.2014

Statement von Jochen Vogel 1. Vorsitzender  RhönLink e.V.

Guten Morgen zusammen,
seit Mittwoch letzter Woche wissen wir:

Es hat sich was geändert. Was genau, das wissen wir noch nicht.

Aus meiner Sicht schaut es so aus dass wir, egal wie es am Ende im Detail ausgeht, bis hierher schon mal was erreicht haben! 

Unsere Sorgen und Nöte, unsere Argumente wurden gehört. Sowohl in München als auch in Berlin hat man uns ernst genommen.
 
Der von uns in Frage gestellte Bedarf wurde jetzt politisch bejaht.
 
D.h. er ist zwar nicht mit Zahlen hinterlegt, aber der Neubau von riesigen Masten für Stromtrassen ist damit wohl vom Tisch.
 
Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
 
Wir sollten genau so weitermachen wie bisher.
 
Wir dürfen uns nicht von anderen Regionen durcheinander machen lassen und sollten weiterhin Geschlossenheit zeigen.
 
Auf alle möglichen Pressemitteilungen in den kommenden Wochen sollten wir Nichts geben. Ich gehe davon aus dass wir frühestens im September ein paar Details haben werden.

Zusammenfassend für mich:
 
Der ganz große Wurf war es nicht.
 
Wir konnten allerdings auch nicht davon ausgehen dass es so kommt.

Mit den am Mittwoch erzielten Ergebnissen aus dem Gespräch der Großen Koalition können wir - bis hierher - durchaus zufrieden sein.

In den kommenden Wochen sollten wir Ruhe bewahren und sorgsam beobachten was sich von den offiziellen Stellen her tut.

Ich bedanke mich bei euch allen für die bisher geleistete Arbeit!Es ist wirklich toll zu sehen, wie die gesamte Region zusammengerückt ist und zusammenarbeitet.

 
Wir können mit dem Erreichten zufrieden sein!
Es ist ein Erfolg von uns allen!

Aber es ist noch zu früh, um den SuedLink ad acta zu legen.

Freundliche Grüße
Jochen Vogel

Erster Bürgermeister
GEMEINDE MOTTEN
Fuldaer Str. 11
97786 Motten

 

 

 

Fulda, 5.7.2014

Pressemitteilung der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

In einer gemeinsamen Sitzung des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink, des Landesverbandes Hessen, Vertretern des bayerischen Aktionsbündnisses gegen die Süd­Ost-Trasse und des RhönLink e.V. wurde anhand der politischen Vereinbarungen der Parteivorsitzenden von CDU, CSU und SPD: „Eckpunkte für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende", übereinstimmend folgende Presseerklärung verfasst:

Dank des bundesweiten Engagements der Bürgerinitiativen gegen HGÜ's hat die Bundesregierung erkannt, dass der geplante Netzausbau in den betroffenen Regionen zu erheblichen Sorgen in der Bevölkerung führt. Dies jedoch hat zu politischen Vereinbarungen geführt, die alles offen lassen.

Es bleibt somit abzuwarten, ob und wie die gesetzlichen Grundlagen zum Energieleitungsausbau daraufhin verändert werden.

Der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink, der Landesverband Hessen, das bayerische Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse und RhönLink e.V. lehnen weiterhin den Bau der Gleichstromtrassen grundsätzlich ab und stellen deren Bedarf als Bestandteil der Energiewende in Frage. Wir sehen weiterhin nicht belegt, dass die Trassen lediglich dazu dienen, "Windstrom vom Norden in den Süden zu transportieren". Wir befürchten, dass die Eckpunkte der Bundesregierung zum Netzausbau ausschließlich dem Profitinteresse der großen Energiekonzerne und nicht der öffentlichen Daseinsvorsorge dienen."

Guntram Ziepel, Vorsitzender des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink Ingmar Theiß, Sprecher des Landesverbandes Hessen der Bürgerinitiativen gegen SuedLink Dörte Hamann, Sprecherin für das Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse Jochen Vogel, Vorsitzender des RhönLink e.V.

   

Kalbach, 2.7.2014

Bundesminister Sigmar Gabriel setzt Vorschläge der hessischen SPD zur Stromtrasse SuedLink um

Die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Waschke begrüßt die Entscheidung zur Gleichstromtrasse SuedLink, die dem Erdkabel vor der Freileitung den Vorrang gibt. „Es ist  Bundesminister Sigmar Gabriel in den Verhandlungen gelungen, die Vorschläge der hessischen SPD umzusetzen“, betont die SPD-Politikerin.

Für Waschke muss jedes Bundesland seinen Teil zum Netzausbau beitragen: „Planungen dürfen nicht auf Kosten Hessens gehen, um Bayern zu entlasten. Wir werden sehr genau darauf achten wie Bundesnetzagentur und die Übertragungsnetzbetreiber die neuen Vorgaben aus dem Bundeswirtschaftsministerium in ihren Planungen umsetzen,“ so Waschke heute auf dem Sommerfest der Bürgerinitiative Fuldatal e.V. 

Die Abgeordnete erinnert daran, dass die hessische SPD seit Beginn der Planungen von SuedLink die Erleichterung des Einsatzes von Erdkabel gefordert hat. Aus der Fuldaer SPD kam ein Antrag, der die grundsätzliche Erdverkabelung gefordert hat und die HGÜ-Leitungen nur in Ausnahmen zulassen. Diese Forderungen ist auf anderen SPD-Ebenen übernommen worden und ist wohl letztlich auch auf offene Ohren bei Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel getroffen.

Nach Meinung von Waschke hat es sich ausgezahlt, dass die hessische SPD unter der Federführung von Thorsten Schäfer-Gümbel intensive Gespräche sowohl mit der Spitze des Bundeswirtschaftsministeriums als auch mit der Bundesnetzagentur geführt hat. „Die Umsetzung der Beschlüsse durch die Bundesnetzagentur werden wir im Interesse Hessens kritisch begleiten“, erklärt Waschke abschließend.

 

Kalbach, 28.6. 2015

Es wird ernst. Entscheidungen in den Fragen zum Ausbau des SuedLink rücken näher. Knickt Bayerns Ministerpräsident Seehofer in seine Meinung gegen den SuedLink ein. Kommende Woche findet hierzu  in Berlin im Bundeskanzleramt eine Richtungsweisende Sitzung statt. Lesen Sie hierzu u.a. Bericht aus dem Wiesbadener Kurier.

 

 

Kalbach 15.6.2015

Bloß keine übertriebene Eile. Ähnlich wie der Wirtschaftsprofessor Lorenz Jaras äußert sich auch Claudia Kemfert Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Kompetenzteam von Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel zum Ausbau der geplanten SuedLink-Trasse. 

 

 

 

Kalbach, 14.6.2015

CSU-Vorsitzender ermuntert in Bad Brückenau SuedLink-Gegner, ihren Protest fortzusetzen 

 

Foto: WOLFGANG DÜNNEBIER

Eintrag ins Goldene Buch: Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks fing Ministerpräsident Horst Seehofer vor der TV-Halle ab. Dabei auch Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner, Landrat Thomas Bold und die Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär und Anja Weisgerber.

 

So eine harmonische Demonstration mag der Landesvater. Rund 120 SuedLink-Gegner aus der Region demonstrierten zur Ankunft Horst Seehofers beim CSU–Bezirksparteitag in Bad Brückenau gegen die geplante Stromtrasse. Als sich der Kreis der Demonstranten um ihn schloss, zeigte er keine Berührungsängste. Zumal sich die Kundgebungssteilnehmer heimatnah zeigten. Die aufgebotene „Widertstandkapelle“ hatte auch ein umgetextetes Kreuzberg- und Frankenlied im Repertoire.

Wie stehen für das Gleiche hier“, rief Seehofer ins Mikrofon. Und so war es eine gut gelaunte Kundgebung, die Seehofer als Rückenwind für seine Verhandlungen zur Energiewende in Berlin wertet.

Die bekannten Gründe für die Ablehnung der Trasse fasste Markus Stockmann (Elfershausen) als Sprecher der Initiativen zusammen: „Es kann nicht sein, dass im Norden der Republik Unmengen an Windstromanlagen aufgestellt und Kohlekraftwerke gebaut werden, und der Süden diesen Strom abnehmen muss. Unterfranken wolle kein Transitland sein. Bayern brauche eigene Wertschöpfung durch den Zubau erneuerbarer Energie, aber auch den Bau von Gaskraftwerken.

Wir steigen nicht aus der Atomkraft aus, damit wir in die Kohlekraft einsteigen.“

Ministerpräsident Horst Seehofer zu den Demonstranten

Der Windstrom im Norden könnte in Gas umgewandelt und über die Erdgasleitungen in den Süden gelangen. „Die Schutzwürdigkeit des Biosphärenreservates Rhön darf nicht gefährdet werden“, sagte er unter dem Beifall der Teilnehmer.

Er werde die Interessen der Trassengegner in Berlin verfolgen, versprach Horst Seehofer, der sich als ein Mitbegründer der Energiewende bezeichnete. „Wir haben klare Ziele“, so Seehofer. Er nannte energetische Gebäudesanierung und dezentrale regenerative Energien. So lange es keine Speichermöglichkeit gebe, seien Gaskraftwerke unverzichtbar. „Ein Irrsinn“ wäre es, das Gaskraftwerk Irsching abzuschalten.

Wir steigen nicht aus der Atomkraft aus, damit wir in die Kohlekraft einsteigen“, betonte Seehofer. Er bat die Demonstranten, nicht zu erlahmen. Ihm sei wichtig, wie die Bevölkerung denkt und die Kundgebung gebe ihm Unterstützung in Berlin. „Da wird der Bayerische Löwe gefragt sein“, ergänzte er. Es sei eine sympathische Art, wie der Protest auf die Straße getragen wird. Dafür habe er mehr Verständnis, als für andere Protestformen.

Seehofer pries die Reize der Rhön. „Offenbar liebt uns der Herrgott, deswegen hat er uns auch am vergangenen Wochenende das Wetter geschenkt“, spielte er auf das Unwetter beim G7-Gipfel an, welches die Gegendemonstranten vertrieb.

Diesen Seitenhieb quittierte die „Widerstandskapelle“ der SuedLink-Gegner mit einem spontanen Faschingstusch und sorgte allgemein für Heiterkeit. Jetzt sei man in Veitshöchheim, merke Seehofer zur Belustigung aller an.

Zur Gemeinsamkeit der Region mahnte Landrat Thomas Bold. Man dürfe sich nicht durch die „Spielchen“ des Netzbetreibers Tennet auseinander dividieren lassen.

Die Trassengegner überreichten Seehofer einen Präsentkorb mit Spezialitäten aus womöglich von dem SuedLink betroffenen Gemeinden. Auf dem Weg zum CSU-Bezirksparteitag trug sich Seehofer noch ins Goldene Buch der Stadt Bad Brückenau ein.

Wolfgang Dünnebier

 

Kalbach 12.6.2015

Der "Bürgerdialog Stromnetz" hat es sich zur Aufgabe gemacht zwischen dem Netzbetreiber Tennet, der Bundesnetzagentur und den Bürgerinitiativen zu vermitteln und eine Akzeptanz der Bürger zum Bau der Stromtrasse zu erreichen.

Als Reaktion auf die katastrophale Veranstaltung in Fritzlar lesen Sie bitte das nachfolgende Schreiben von Maria Quanz von der Bürgerinitiative "Kiebitzgrund" an Dr. Peter Ahmels vom Bürgerdialog Stromnetz.

 

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Bürgerdialog Stromnetz - Veranstaltungen in Fritzlar und Bad Brückenau

Sehr geehrter Herr Dr. Ahmels,

nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, Ihnen auch schriftlich mein Missfallen zum „Bürgerdialog Stromnetz" anlässlich der Veranstaltungen in Fritzlar und Bad Brückenau zum Ausdruck zu bringen.

Ich hätte erwartet, dass Sie als Leiter dieser Plattform eine neutrale Moderation anstreben. Doch leider wird allzu deutlich, dass Sie letztendlich nur Verkäufer (oder Überzeugungstäter) für die SuedLink-Trasse sind. Eigentlich nicht verwunderlich, denn Ihr Auftraggeber lässt zum jetzigen Zeitpunkt keinen Zweifel daran, dass diese HGÜ-Leitungen gebaut werden sollen. So erwähnten Sie auch nur das WO und WIE in Ihrer Eingangsmoderation, den Bedarf an SuedLink zu diskutieren, war nicht in Ihrem Interesse.

Dass wir in Fritzlar die Geschichte wieder mit „Adam und Eva" beginnen würden, hatte ich nicht erwartet und war ehrlich gesagt, mehr als irritiert. Daher wollte ich auch die Veranstaltung in Bad Brückenau besuchen, um mir ein klares Bild der Mission „Bürgerdialog Stromnetz" machen zu können. Als Mitglied im Sprecherkreis des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink fühle ich mich den betroffenen Menschen verantwortlich und strebe gleichzeitig eine faire Diskussion mit den Entscheidungsträgern an.

Immerhin hatten Sie aus der Veranstaltung in Fritzlar gelernt und die Eingangsvorträge aus dem Programm gestrichen. Die DUH ist seit Beginn des Bürgerdialoges (für mich eindeutig das neue Unwort des Jahres) in den Verfahrensprozess eingebunden, denn bereits bei den Informationsveranstaltungen der Fa. TenneT waren Mitarbeiter der DUH anwesend. Also weiß man in Ihrem Haus schon lange, was die Bürger und Bürgerinnen bewegt und welche Fakten bzgl. Netzausbau, Planungsstand und Rechtssicherheit bereits bekannt sind.

Die betroffenen Menschen entlang der geplanten SuedLink-Trasse vertrauen auf die Arbeit der Bürgerinitiativen, auf Kommunalpolitiker, Bürgermeister und Landräte, die sich

 

geschlossen hinter die Bevölkerung stellen. Auch die Hamelner Erklärung ist Ihnen bekannt und daher wissen Sie, dass der Nachweis nach dem Bedarf noch immer gefordert wird.

Wir Bürgerinitiativen verfolgen das legitime Ziel die Menschen vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen und die Zerstörung der regionalen Entwicklungsmöglichkeiten inklusive Raubbau an Natur und Umwelt zu verhindern. Unsere ablehnende Haltung gegen diesen überdimensionierten Stromnetzausbau werden wir nicht aufgeben, bevor nicht eindeutig geklärt ist, dass die Versorgungssicherheit in Deutschland gefährdet ist, sollte SuedLink nicht gebaut werden.

Bedauerlicherweise hat man aus dem gescheiterten Bürgerdialog der Fa. TenneT nichts gelernt und auch die geplante Einrichtung von Bürgerbüros wird den wachsenden Unmut in der Bevölkerung nicht beschwichtigen können. Viele Kommunalpolitiker/innen und auch Bürgerinitiativen boykottieren bereits jetzt Ihre Dialog-Veranstaltungen, weil diejenigen, die letztendlich entscheiden werden, den Kontakt und das Gespräch mit den Menschen vor Ort meiden und sich aus der Verantwortung stehlen. Bei allem Respekt, aber wie will man bei dieser offensichtlichen Ignoranz erwarten, dass Bürger/innen Vertrauen in die Bundespolitik haben sollen?

Weltmännisch auf dem G7 Gipfel von Energiewende und Emissionsreduzierung sprechen, auf der anderen Seite Kohlekraftwerke fördern und umweltverträgliche Gaskraftwerke durch eine verfehlte Subventionspolitik in den Ruin treiben, ungeachtet der Tatsache, dass man sie auch mit „Windgas" betreiben und jederzeit bedarfsgerecht schnell regulieren könnte. Die heimische Solarbranche liegt bereits am Boden, aber Bundeswirtschaftsminister Gabriel will auf der weltgrößten Solarmesse in München zur Energiewende referieren. In Bad Brückenau spricht man währenddessen von 100% angestrebter erneuerbarer Energie aus Windkraft, klammert dabei aber alle anderen Möglichkeiten der regenerativen Energiegewinnung aus. Die Frage nach Weiterentwicklung und Förderung von Speichertechnologien wird im Gespräch wegen des derzeit angeblich zu geringen Wirkungsgrades schlichtweg ignoriert. Ihr Angebot an die Menschen vor Ort und Ihr Lösungsansatz heißt einfach Netzausbau. Doch unter den vorher genannten Bedingungen würde man in einem Netzentwicklungsplan der Zukunft für jedes Haus nicht nur einen Strommast planen, sondern zusätzlich noch ein Windrad in den viel zitierten Vorgarten stellen müssen.

Sehr geehrter Herr Dr. Ahmels, ich hoffe Sie verzeihen mir meine Polemik, aber mich treibt die Sorge um. Wenn nämlich nicht schnellstens eine zukunftsfähige Energiewendepolitik eingeleitet wird, dann werden solche Stimmen, wie leider auch gestern in Bad Brückenau, wieder lauter: „Wozu Energiewende, mit Atomkraft hatten wir keine Schwierigkeiten!".

Das gilt es zu verhindern und hier treffen sich unsere Bestrebungen auf dem gemeinsamen Nenner - Ja, wir wollen die Energiewende! - wieder. Wir sollten nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Die Forderungen der betroffenen Menschen sind Ihnen bekannt, die Bedenken und Ängste auch. Führen Sie einen ehrlichen Dialog und versuchen Sie keine SuedLink-Verkaufsveranstaltung zu betreiben, sonst werden Sie scheitern.

Die Hoffnung, dass Sie Herr Dr. Ahmels, das Bindeglied zwischen Politik und Bürgerschaft sein könnten, dass Sie zum Sprachrohr für die betroffenen Menschen werden und mit Ihrem Fachwissen fähig sind für beide Seiten tragfähige Lösungen zu entwickeln und aufzuzeigen, hat sich bisher leider nicht erfüllt. Im Gegenteil, man merkt Ihrer Moderation die eigentliche Intension - Akzeptanz für den SuedLink schaffen - an und das macht Sie für uns unglaubwürdig.

Obwohl man mit dem geplanten Bau der SuedLink-Trasse wissentlich ganzen Regionen die Existenzgrundlage entziehen wird, auch im Hinblick auf künftige Bündelungsoptionen, kann die betroffene Bevölkerung keinen Einfluss auf die anstehenden Entscheidungen nehmen. Man hört uns, aber man hört uns nicht zu. Verständnis für unsere Befürchtungen wird vorgegaukelt, um im Nachgang - sprich in den Pressemeldungen - von konstruktivem Bürgerdialog zu sprechen.

Der „Bürgerdialog Stromnetz" schützt die Politik vor direktem Kontakt mit den Wählern und kann bisher als Beschäftigungsstrategie für die Öffentlichkeit bezeichnet werden. Die Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums zur „Zeitenwende bei der Strom­versorgung" gibt die Richtung an und ich frage mich, wozu noch Bürgerdialog? Die Förderung dieser Veranstaltungsreihe im Millionenbereich ist bisher als Verschwendung von Steuergeldern anzuprangern. Es liegt an Ihnen, ob wir Bürger/innen das Vertrauen in die Politik zurückgewinnen und daher fordern wir Antworten auf unsere dringenden Fragen und geben uns mit einem einfachen: „Das nehme ich mit nach Berlin...", Ihrerseits nicht mehr zufrieden.

Mit freundlichem Gruß

Maria Quanz

KIEBITZGRUNDo/rt/V Bürgerinitiative gegen SuedLink

Mitglied im Landesverband Hessen und

Mitglied im Sprecherkreis des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

 

Kalbach, 6.5.2015

Hinweis zur Infoveranstaltung am 9. Mai 2015 in Burgsinn 

Kalbach 28.04.2015

Nach wie vor großer Zuspruch in der Bevölkerung am Widerstand gegen SuedLink.

Knapp 300 interessierte Besucher kamen am Montagabend ins Mittelkalbacher Bürgerhaus
wo die Bürgerinitiative „Kalbach gegen SuedLink e.V.“ zu einer Informationsveranstaltung geladen hatte. 

Kalbachs Bürgermeister Florian Hölzer konnte unter den anwesenden Gästen einige Prominenz aus Politik und öffentlichem Leben begrüßen: Anwesend waren neben kommunalen Politikern aus Kalbach und den angrenzenden Gemeinden wie Neuhof, Flieden, Sinntal, Fulda auch die Bundestagsabgeordnete Birgit Kömpel, Landtagsabgeordnete Sabine Waschke (beide SPD), Christoph Erb von der Kreisverwaltung Fulda, Mottens Bürgermeister und Rhönlink Vorsitzender Jochen Vogel sowie die Mitarbeiter von Planwerk Tina Knopf und Karl Herrmann.  

Die Informationsveranstaltung startete trotz widrigen Wetters bereits am frühen Nachmittag mit einer Besichtigungstour und Rundreise durch die Gemeinde mit BI-Vorsitzendem Martin Müller, Bürgermeister Florian Hölzer sowie den beiden Landtagsabgeordneten Sabine Waschke (SPD) und Markus Meysner (CDU). Martin Müller erläuterte den beiden MDL's (Frau Wascke war bereits das zweite Mal vor Ort) an markanten Punkten beginnend in Uttrichshausen über Heubach, Eichenrieder Weitblick, Veitsteinbach und Mittelkalbach wie die geplante Trasse das Landschaftbild und das Leben der Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft verändern würde.

 

Martin Müller war auch der erste Redner am Pult. Er schilderte die Arbeit der BI und ging in einer Chronologie nochmals Eindringlich auf die Auswirkungen der SuedLink Trasse für Natur und Umwelt ein. Martin Müller betonte, „wir sind nicht gegen die Energiewende“ wollen nur, dass diese im umweltverträglichen Sinne mit der Natur und den Menschen abgestimmt wird und nicht Stromkonzernen und Leitungsbetreibern zur Gewinnmaximierung dient. Gegen Ende seines Vortrages zeigte Martin Müller in einem Kurzvideo ein Fernsehinterview mit Lorenz Jaras, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden in welchem dieser auf die Stromtrasse einging und betonte, dass der Bau des SuedLink ausschließlich den Kohlenetzbetreibern und nicht der Energiewende und den erneuerbaren Energien dienen würde. Das 3minütige Interview von Prof. Jaras können interessierte Leser unter folgendem Link abrufen: https://www.youtube.com/watch?v=G4xwMsQUNzA .

 

 

Vortrag von Martin Müller als Download

 

Welche Möglichkeiten gibt es die Trasse in dieser Form zu verhindern? Mit Unterstützung der Gemeindefraktionen und Bürgermeister Hölzer wurde das Ingenieurbüro Planwerk beauftragt eine Raumwiederstandsanalyse der Gemeinde zu erstellen. Tina Knopf von Planwerk schilderte den Zuhörern was mit dieser Analyse bezweckt wird und forderte die Bürger auf sich aktiv daran zu beteiligen, alles zu melden was in der Natur und der Gemeinde schützenswert ist. Ob Bäche, Quellen, Pflanzen, Tiere, denkmalgeschützte Gebäude oder Gegenstände. Dies könnte der Gemeinde als Trumpfass gegen die Trasse dienen und ebenfalls den Windpark am Hardtberg in Niederkalbach zu verhindern.

 

 

Vortrag Tina Knopf / Planwerk

 

Rhönlinkvorsitzender Jochen Vogel beglückwünschte die Kalbacher für ihre Bürgerinitiative und deren Arbeit. 27 Kommunen, 5 Bürgerinitiativen und 2 Landkreise haben sich zwischenzeitlich dem Rhönlink angeschlossen und sprechen für sich. Vogel schilderte die unzulängliche Arbeit des Stromnetzbetreibers Tennet und forderte unter anderem die Bürger auf sich nicht durch die Taktik von Tennet „wir nehmen hier etwas weg und bauen es dort an“ täuschen und auseinander dividieren zu lassen. Nur gemeinsam wird die Region zum Erfolg kommen, verbreitete Vogel optimistische Stimmung unter den Anwesenden.

Seit langem gilt Christoph Erb als Fachmann und Verfechter gegen den SuedLink und als der Mann, der den Landkreis Fulda im Konzert der „Hamelner Erklärung“ , welchem sich zwischenzeitlich 21 Landkreise angeschlossen haben, kompetent vertritt. Christoph Erb schilderte unter anderem die Zusammenarbeit mit Tennet und dass das Unternehmen von den Interessengemeinschaften gemachten Vorschläge auf der Suche nach alternativen Trassen und Technologien schlichtweg ignoriert. Auch auf die Erdverkabelung ging Christoph Erb ein und widerlegte die falsch verbreiteten und von der Stromlobby gestreuten Informationen, dass eine Erdverkabelung das sieben bis achtfache einer Stromtrasse kosten würde um somit den Bürger zu verunsichern. Nach heutigen Erkenntnissen wird eine Erdverkabelung maximal das zwei bis zweieinhalbfache einer Stromtrasse kosten. Wenn der SuedLink kommt, wollen wir die Technologie von Morgen (Erdkabel) und nicht die von Gestern (Trasse).

 

Vortrag von Christoph Erb als Download. 

 

Gegen Ende der Vorträge gab es viele Diskussionen und Anregungen an welchen sich die beiden Abgeordneten Frau Kömpel und Frau Waschke aktiv und rege beteiligten und den Anwesenden das Gefühl vermittelten, die Begehren der Bürger ernst zu nehmen und in die Landes- und Bundespolitik weiterzutragen um den BI's größtmögliche Unterstützung zu geben.  

 

 

 

 

 

 

 

Kalbach 14.4.2015

MdL Sabine Waschke zeigt großes Interesse

am geplanten Bau der SuedLink-Trasse und besuchte am gestrigen Montag die BI "Kalbach gegen SuedLink e.V." vor Ort. Da schon viel zu diesem heiß diskutierten Thema geschrieben und geredet wurde, wollte sich Frau Waschke einen persönlichen Überblick sowohl über den Trassenverlauf in ihrem Wahlkreis als auch die  Beweggründe und Standpunkte für ein besseres Verständnis des Wiederstandes in der Bevölkerung zum SuedLink einholen.  Weiterhin Argumente und Fakten zur Unterstützung der BI's sammeln um diese in der Sache besser in Kommunal- und bundespolitischen Gremien vertreten zu können. 

Mit vor Ort waren neben Frau Waschke der Vorsitzende der BI "Kalbach gegen SuedLink e.V." Martin Müller, die aktiven BI Mitglieder Helmut Rensch, Werner Stey, Hugo Rensch, Arnd Rössel sowie Kalbachs Bürgermeister Florian Hölzer.

Treffpunkt war der ehemalige Luftkurort (vor dem Autobahnbau) Uttrichshausen. Hier erläuterte der BI-Vorsitzende Müller an zwei Aussichtspunkten "An der Hardt" und "Anberg" den Verlauf der "Osttrasse" aus Richtung Fulda kommend. Weiter ging es nach Heubach wo man vom Grillplatz "Schwarzer Berg" die Trassenplanung von Uttrichshausen nach Heubach gut verfolgen konnte.

Dritter Anlaufpunkt war der Eichenrieder Weitblick. Hier konnten die BI-Mitglieder Frau Waschke gut den Verlauf des westlich geplanten SuedLink von Nieder- nach Mittelkalbach und weiter nach Veitsteinbach kommend bildlich darstellen. Letzter besichtigter Punkt dieses Trassenabschnittes Kalbach/Veitsteinbach war die Leitungsführung in Mittelkalbach über dem Wohngebiet "Oberer Sämig" zur "Leite".


                        ** Für die Beschreibung eines Bildes bewegen Sie die Maus über das Bild

 

Martin Müller erläutert MdL Sabine Waschke den TrassenverlaufMartin Müller erläutert MdL Sabine Waschke den Trassenverlauf

 

 

Blick von der "Hardt" nach FuldaBlick von der "Hardt" nach Fulda

 

Blick vom Anberg nach Uttrichshausen. Blick vom Anberg nach Uttrichshausen.

 

Blick vom Grillplatz "Schwarzer Berg" nach Heubach. Die Trasse würde parallel zur A7 laufen.Blick vom Grillplatz "Schwarzer Berg" nach Heubach. Die Trasse würde parallel zur A7 laufen.

 

Blick vom Eichenrieder "Weitblick" nach Mittel- und Niederkalbach, Neuhof und den Gieseler WaldBlick vom Eichenrieder "Weitblick" nach Mittel- und Niederkalbach, Neuhof und den Gieseler Wald

 

 

Kalbach 30.3.2015

Hessische Landesregierung rudert zurück.

Was sich gut im Fuldaer Bürgermeisterwahlkampf von Volker Bouffier (CDU) gegen den SuedLink anhörte, sind jetzt aus dem Zusammenhang gerissene und zitierte Worte des Ministerpräsidenten.Zitat: "Wir werden es nicht mitmachen, eine ganze Region in Aufruhr zu bringen, solange nicht erwiesen ist, dass man diese Leitung überhaupt braucht." So äußert sich jedenfalls der hessische Wirtschafts- und Umweltminister Tarek Al-Wazir.  Und folgt man seiner Rede im hessischen Landtag vom 5.3.2015 zum Thema SuedLink weiter, so wird die Trasse kommen. Man muss nur ein wenig mehr Transparenz schaffen! Der Bedarf der Trasse sei schließlich mehrfach nachgewiesen worden und Bestandteil der Energiewende. 

Die Opositionsparteien aus FDP, SPD und der Linken laufen sich im hessischen Landtag warm und werfen der Landesregierung Heuchelei vor. Timo Gremmels von der SPD lobte die osthessischen BI's gegen den SuedLink. Erst durch ihre Arbeit entstand der Druck auf die Bundesnetzagentur welche die unausgegorene und schlampige Arbeit des Netzbetreibers TenneT zum Nacharbeiten zwingt.  

Janine Wissler (Linke) betont, dass  die "Trassen hinderlich für die Energiewende sind". Die Fraktion der Linken habe Zweifel daran, dass Stromtrassen wie Suedlink der Energiewende dienen, sagt Wissler. Das Geld wäre bei anderen Energie-Projekten besser aufgehoben. Man müsse neue Wege gehen um die Energiewende zu stemmen und nicht an alten und überholten Praktiken festhalten.

Bilden sie sich ihre eigene Meinung.  Folgen sie bitte dem u.a. Link zu den einzelnen Reden unserer Politiker im hessischen Landtag in Wiesbaden (... ach, wie weit und fern von den Problemen in Osthessen entfernt)

 

Diskussion im hessischen Landtag zum SuedLinkDiskussion im hessischen Landtag zum SuedLink 

 

 

Kalbach 4.3.2015

 

Energiewende – Zum Scheitern verurteilt oder Chance für die Zukunft?

Dieser spannenden Frage soll im Rahmen des Konvents der  Bürgerinitiativen "gegen SuedLink" in Fulda nachgegangen werden. Der gemeinsame Wille, die Energiewende in Deutschland zum Erfolg zu führen, vereint die zahlreichen Bürgerinitiativen, die sich in den letzten Wochen und Monaten gegründet haben, und erklärt den wachsenden Protest gegen einen geplanten Netzausbau, dessen Bedarf bis zum heutigen Tag weder zweifelsfrei festgestellt wurde noch durch transparente und nachvollziehbare Planungsverfahren überprüft werden kann.

Das Konvent ist mit hochkarätigen Rednern besetzt und findet statt 

    am:                    Samstag den 14. März 2015    
    in der:               Orangerie des Stadtschlosses, Pauluspromenade 2, 36037 Fulda 
    von:                   10.oo Uhr bis 18.oo Uhr  

 

Wichtig:                Bei Interesse möglichst bitte formlos bis Dienstag, 10.03.2015 Voranmelden. 
   unter:                info@bifuldatal.de; die Teilnahme ist kostenfrei. 

 

            Themenübersicht des Konvents  

  • 10.00 Uhr Begrüßung durch Oberbürgermeister Gerhard Möller, Fulda,
    Johannes Lange und Guntram Ziepel, BI-Fuldatal und BI-Bundesverband
  • 10.15 Uhr Weitere Grußworte und Einführung in das Thema
  • 10.30 Uhr Grußwort und Impulsvorträge Wissenschaft: 
    - Prof. Dr. Karim Khakzar, Elektrotechnik, Angewandte Informatik, HS Fulda
    - Prof. Dr.-Ing- Hans-Peter Beck, Energie-Forschungszentrum Niedersachsen
    - Prof. em. Dr. Hansd-Jürgen Martin, Universität Kassel
  • 11.10 Uhr Impulsvorträge Politik: 
    - CDU/SPD/B90-GRÜNE, MdB
    - CDU/SPD/B90-GRÜNE/FDP, FD,MdL 
  • 11.50 Uhr Impulsvorträge Verwaltung:
    - Bundesnetzagentur, Bonn
    - Stadtverwaltung Fulda

  • 12.30 Uhr Impulsvorträge Wirtschaft: 
    - Infranetz AG, Ingenieurbüro für erneuerbare Energien, Müden/Aller
    - ABB Deutschland 
  • 13.10-14.00 Uhr PAUSE (Getränke und Imbissmöglichkeit in Eigenverantwortung)
  • 14.00-17.00 Uhr Diagnosegespräche von 4 x 40 Minuten auf der Basis der Impulsvorträge - aus den vier Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung - mit Wechseln zwischen den verschiedenen Werkstätten
  • 17.00 Uhr Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
  • 17.30 Uhr Weiteres Vorgehen und Verabschiedung
  • 18.00 Uhr Ende des Konvents

Kalbach, 27.2.2015

Power-to-Gas Demoanlage der Thüga übertrifft alle Erwartungen.

Die Zukunft liegt nicht in überdimensionierten Stromautobahnen wie z.B. dem geplanten SuedLink, sondern bei der direkten Umwandlung der Offshore-Energie in speicherbare Medien wie Gas. Thüga erreichte jetzt mit ihrer Demoanlage bei der Umwandlung von Strom in Gas eine Effizienz von bis zu
77 Prozent!

  

Kalbach, 26.2.2015

 

 

Kalbach, 25.2.2015

Die Proteste der bundesweiten Bürgerinitiativen gegen den SuedLink zeigen zwischenzeitlich auch Spuren in der Bundespolitik. Die ursprüngliche Entscheidung der bayrischen Landespolitiker in Persona des Ministerpräsidenten Horst Seehofer eine Entscheidung bis Ende Februar 2015 zu treffen wurde beim gestrigen Regierungsgipfel in Berlin von der Koalition auf den Sommer 2015 vertagt.

Brauchen wir den SuedLink überhaupt? Diese interessante Frage probiert Professor Lorenz Jarass von Hochschule für Wirtschaftswissenschaften Rhein-Main aus Wiesbaden in einem Interview mit dem Fernsehsender 3Sat zu beantworten. 

 Kalbach, 14.2.2015

Das Thema SuedLink und der in diesem Zuge in der ganzen Republik neugegründeter Bürgerinitiativen gegen die geplante Trasse ist endlich auch bei der hessischen Landesregierung angekommen. Hat man sich bisher weggeduckt und Vogelstraußpolitik gespielt, nach dem Motto "lass die mal machen, das wird sich wieder beruhigen". 


Aber so geht das nicht mehr! Von der vieldiskutierten Politikmüdigkeit ist in der Bevölkerung nicht mehr viel zu spüren. Ob es sich um planlose Windkraft oder wie in unserem Falle um die SuedLink Trasse handelt. Viele mündige Bürger erheben landauf - landab ihre Stimme.

Einen ersten Schlagabtausch gibt es jetzt zwischen Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Opositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD).

Lediglich der hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landentwicklung Tarek Al-Wizir (Grünen Partei) welchen dieses Thema mit am meisten interessieren sollte, ruft weiterhin in der Bevölkerung Unverständnis und Missmut hervor um ideologische Prinzipien durchzusetzen, welche zum Teil überholt und neu durchdacht werden müssen.   

Interessierten ist der politische Aschermittwoch mit Fischessen des CDU-Kreisverbandes am 18.2.2015 um 19.30 im Bürgerhaus am Fennbach, Oberkalbach empfohlen. Gastredner, auch zum Thema SuedLink sind Landrat Bernd Woide und MdL Dr. Norbert Herr.  

Den Schlagabtausch zum Thema SuedLink zwischen Ministerpräsident Holger Bouffier und Thorsten Schäfer-Gümbel lesen Sie hier im Anschluss.

 

 

Hessens Regierungschef geht auf Distanz zum SuedLink

 Den Artikel aus der Welt lesen Sie hier.

 

... und das sind die Reaktionen der Opposition

 

Schäfer-Gümbel: Bouffier spielt bei SuedLink ein doppeltes Spiel

 

Den Artikel aus Fuldainfo lesen Sie hier.  

 

Kalbach, 3.2.2015

Japanisches Fernsehen zu Interviewtermin und Filmaufnahmen über die BI „Kalbach gegen SuedLink e.V.“ in Uttrichshausen.

Fukushima und die daraus weltweit gezogenen Konsequenzen haben auch in Japan zu einer Beschleunigung in der Energiewende geführt. So ist bereits in weniger als einem Jahr nach der Einführung des japanischen FiT (Feed in Tariff) die Erneuerbare- Energie -Politik mit einem zu hoch fixierten Einkaufspreis (ähnlich der Subventionspolitik und des EEG in Deutschland) und einer zu knappen Kapazität des Stromleitungsnetzes (beispielsweise wie bei uns der Ausbau des SuedLink).geworden. In vielen japanischen Regionen wird die dortige Politik mit Kritik und Widerstand aus der Bevölkerung konfrontiert.

Der führende japanische Fernsehsender BS-Fuji erarbeitet derzeit einen Fernsehbericht und eine Vergleichsstudie über die positiven und negativen Begleiterscheinungen der Energiewende in Deutschland. Hierzu besucht in diesen Tagen ein Fernsehteam unter anderem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Professoren verschiedener Hochschulen, Netzbetreiber, von den geplanten HGÜ-Stromtrassen sowie betroffene Kommunen und Bürgerinitiativen.

Am gestrigen Montag (02.02.2015) stellte sich in Uttrichshausen, einer der am stärksten betroffenen Gemeinden unserer Region, ein Fernsehteam unter der Leitung von Herrn Toshinori Kiyose mit Redakteur und Kameramann bei der „Bürgerinitiative Kalbach gegen SuedLink e.V.“ zu einem Interviewtermin vor.

Martin Müller, Vorsitzender der Bürgerinitiative, beantwortete in dem mehr als zweistündigen Interview Fragen zu den von der Bundesnetzagentur und Tennet geplanten Trassenführungen in der Gemeinde Kalbach und der Region. Er stellte die Forderungen der BI „Kalbach gegen SuedLink“ vor, auch im Verbund mit den vielen neu gebildeten Bürgerinitiativen und der Gründung eines Bundesverbandes in Fulda. Müller erläuterte in diesem Zusammenhang den geplanten Verlauf des SuedLink anschaulich an Hand von Schaubildern und Grafiken. Er verwies auch insbesondere auf den großen Rückhalt der Bürgerinitiativen in der Bevölkerung und betonte ausdrücklich den Wunsch der Bevölkerung für die Energiewende!

Die BI schilderte dem Fernsehteam, dass die Kalbacher Bürger, die von 2 Trassenvarianten betroffen sind, zunächst eine unabhängige und objektive Prüfung von den politisch Verantwortlichen einfordern, ob der SuedLink überhaupt erforderlich ist. Sollte sich der Bedarf der Energietrasse bei der Prüfung bestätigen, muss intensiv geprüft werden, ob die Energie z.B. mit der Power2Gas-Technologie von Nord nach Süd transportiert und in Zeiten des Energieüberschusses sogar gespeichert werden kann. Wenn die Stromtrasse tatsächlich erforderlich sein sollte fordert die BI eine vollständige Erdverkabelung in den Trassenabschnitten, bei denen der Mindestabstand von 400 Metern zur Bebauung nicht eingehalten werden kann. Außerdem ist dem Schutz der Menschen, der Fauna und Flora, Quellen, und sonstigen Schutz- und Nutzgebieten bei der Trassenplanung wesentliche Bedeutung beizumessen und Rechnung zu tragen.

Die Bürgerinitiative Kalbach gegen SuedLink e.V., mit bereits über 1.500 Unterstützerunterschriften aus der Gemeinde Kalbach, wird nach Darstellung des Vorsitzenden gemeinsam mit den kommunalen Gremien alle rechtsstaatlichen Mittel ergreifen, um die zusätzliche Belastung der Kalbacher Bürger zu vermeiden. Nach den Plänen von Tennet soll beispielsweise der Ortsteil Uttrichshausen von den 70m hohen Masten der Gleichstromtrasse eingekreist werden und der Trassenkorridor unmittelbar über bebaute Gebiete in der Ortslage führen. Der Ortsteil Veitsteinbach wurde von den Tennet Planern dagegen ignoriert. Die Alternativtrasse würde somit vollständig über den langgestreckten Ortsteil führen.

Interessant zu erfahren von Herrn Kiyose vom Fernsehsender BS-Fuji war die große Auskunftsbereitschaft bei allen hinterfragten Institutionen mit Ausnahme des planenden Unternehmens Tennet als auch des Energieversorgers EON. Sie lehnten ein Statement vor dem japanischen Fernsehteam ab und stehen nicht für Interviews im Rahmen der Fernsehberichterstattung zur Verfügung.

Der Bericht von BS-Fuji (http://www.bsfuji.tv/top/index/top.htm )mit dem Interview mit Martin Müller soll Ende März in Japan gesendet werden.

 

 

Kalbach 2.2.2015

... g' schmäckle

 

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel drängt Bayern, endlich den HGÜ-Monstertrassen zu zustimmen.

Für sein Niedersachsen will er eine bessere Lösung. Die Hannoversche Allgemeine und die Bildzeitung berichten, dass die Trassen im Wahlkreis von Gabriel "ausnahmsweise" erdverkabelt werden.

  
... wer dabei Böses denkt!!!
 

 

Kalbach, 1.2.2015

... es ist schon erstaunlich. Nicht nur in Deutschland gibt es Probleme mit der Energie-Wende.

Die Umweltkatastrophe von Fukushima führt auch in Japan als dem Land welches den Ausstieg und die Abschaltung der Atomwirtschaft beschleunigte und den Anstoß zur regenerativen Energieversorgung gegeben hat, zu ähnlichen Problemen wie in Deutschland. 

Bereits weniger als einem Jahr nach der Einführung des  FiT (Feed in Tariff)  ist die Erneuerbare- Energie -Politik in Japan mit einem zu hoch fixierten Einkaufspreis (ähnlich der Subventionen und des EEG in Deutschland) und einer zu knappen Kapazität des Stromleitungsnetzes in vielen Regionen konfrontiert (beispielsweise wie bei uns der SuedLink). 

In diesem Zusammenhang ist Fuji-TV, Japans Zuschauer stärkster TV-Sender, auf die Aktivitäten unserer BI "Kalbach gegen SuedLink e.V." aufmerksam geworden. Für eine Reportage, welche im März diesen Jahres im japanischen Fernsehen gesendet wird, möchte man Mitglieder der BI zu Hintergründen des Protestes interviewen und mit Außenaufnahmen  untermauern. Hierfür wird am kommenden Dienstag (3.2.2015) ein japanisches Fernsehteam in die Gemeinde kommen.  

Als Beweggrund nennt Fuji-TV, dass Deutschland Vorreiter von erneuerbarer Energie und viele Erfahrungen in Umsetzung und Akzeptanz hat .

Bild: Sendeanstalt von Fuji-TV in Tokio

Gebäude von Fuji-TV. Japans Zuschauer stärkstem TV SEnderGebäude von Fuji-TV. Japans Zuschauer stärkstem TV SEnder

 

 

Kalbach, 30. Januar 2015

... was macht eigentlich unsere Politik? 

Politikempfehlungen zum Um- und Ausbau der Stromnetze erstellte über mehrere Jahre das unabhängige Forum - Netzintegration der deutschen Umwelthilfe e.V. . Ziel des Forums ist es  Netzbetreiber, Naturschützer und Energieexperten, Wissenschaftler und Bürgerinitiativen zusammen zu bringen, um den Umbau der Stromnetze zum regenerativen Energiesystem voranzutreiben. In den veröffentlichen Studien geht das Forum explizit auf die Stromnetze, die Umwelt und das Recht ein.  

2010 forderten 70 Unterzeichner die Politik, im mit 81 Maßnahmen umfassenden  Plan N auf, etwa dezentrale, regenerative Stromerzeugung mit Speichern zu fördern, die Anwohner vor neuen Freileitungen durch Abstandsregelungen besser zu schützen oder weitgehende Vogelschutzmaßnahmen umzusetzen. Zudem werden detaillierte Empfehlungen zur Freileitungs- und Erdkabeltechnologie formuliert, die jeweils nach Spannungsebene unterschieden werden. 

Eineinhalb Jahre später, nach Veröffentlichung des Plan N hat das Forum Netzintegration Erneuerbare Energien Anfang Mai 2012 eine weitere Bilanz der Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

 

Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden nachfolgend in einem fast zwei Jahre lang intensiv geführten Dialogprozess zwischen Stromnetzbetreibern, Bürgerinitiativen, Verbänden und Unternehmen der Energiebranche konkrete Lösungsvorschläge rund um Bürgerbeteiligung, Wohnumfeldschutz, Naturschutz, Freileitungs- und Erdkabeltechnologie entwickelt und im Dezember 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Übergreifendes Ziel der mehr als hundert Seiten umfassenden Handlungsvorschläge ist es, die neue Infrastruktur für eine risikoarme Energieversorgung natur- und sozialverträglich zu gestalten und so ihre Akzeptanz und mit ihr die der Energiewende insgesamt zu stärken. 

Dabei werden alle relevanten Themen von einer verbesserten und frühzeitigen Bürgerbeteiligung, über die technische Ausgestaltung des Netzum- und -ausbaus bis hin zu Fragen eines verbesserten Wohnumfeldschutzes behandelt.

Es liegt eigentlich alles vor. Worauf wartet man im Bundeswirtschaftministerium und in der Bundesnetzagentur? Es stellt sich die Frage wer die Entscheidungsgewalt hat. Politik? Energiewirtschaft und Lobbyismus? Hoffen wir, dass am Ende der Bürger und Souverän die Ziele eines umweltverträglichen Energiewandels erreicht.

 

Hinweis: Plan N, Bilanz zu Plan N und Plan N 2.0 stellen wir Ihnen in unserem Downloadbereich als PDF-Dokumente zur Verfügung. 

  

Kalbach, 27. Januar 2015

Gemeinsam sind wir stärker! So wie bereits mehr als 27 BI's aus unserer und den angrenzenden Regionen, hat sich die BI "Kalbach gegen SuedLink e.V."  der Überregionalen BI "Rhoenlink e.V." mit Sitz in Motten angeschlossen. Vorsitzender ist der Mottener Bürgermeister Jochen Vogel. Durch die Bündelung der gemeinsamen Interessen gilt es die SuedLink-Trasse zu verhindern oder zumindest umweltfreundlich so im Bau  zu beeinflussen, dass den Ansprüchen von  Natur- Mensch- und Tier Rechnung getragen wird. 

Kalbach, 26. Januar 2015 

Große Resonanz: Bereits mehr als 1500 Kalbacher Bürger haben sich in die Unterstützerlisten der BI "Kalbach gegen SuedLink e.V." eingetragen.

Kalbach, 22. Januar 2015

Trassentöter:  "Horst den Trassentöter" so nennt man Horst Seehofer bereits in Berlin. Während die verantwortlichen der hessischen Politik zum Thema "SuedLink" mittlerweile ganz auf Tauchstation gegangen sind, wird das Thema bei unseren Nachbarn in Bayern weiterhin an höchster Stelle in der Landespolitik heiß diskutiert. Ilse Aigner, Landesministerin für Energie und Wirtschaft äußerte sich in vergangenen Tagen zum Thema SuedLink missverständlich, sodass Horst Seehofer mal wieder autoritär zur Sache Stellung nahm. Sehen Sie sich hierzu den nachfolgenden Kurzbeitrag des bayrischen Fernsehens an. 

Stromtrassen-Chaos:  Eine Trasse, zwei Trassen - oder gar keine? 

 

Kalbach, 21, Januar 2015

Heiß und kontrovers diskutiert wird in Bayern nach wie vor das Thema der geplanten SuedLink Stromtrassen. Tillmann Schöberl befragte am vergangenen Montag in der Sendung BürgerForum live des Bayrischen Rundfunks sowohl betroffene Bürger als auch Politiker zu ihrem Standpunkt. Sehen Sie hierzu den Link zur aufgezeichneten Sendung. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kalbach, 15.1.2015

Gleichstromtrasse Sued.Link: Hier soll die neue Energieautobahn verlaufen.